3 Millionen Euro Kaution: Roman Polanski wird aus Haft entlassen

Die Schweizer Justiz will den Star-Regisseur Roman Polanski (76) nach der Zahlung einer Kaution in Höhe von rund 3 Millionen Euro, 4,5 Millionen Schweizer Franken, in die Freiheit entlassen. Zwei Monate hat der 76-Jährige jetzt in Auslieferungshaft zugebracht.

Das Schweizer Bundesstrafgericht in Bellinzona habe die Freilassung des 76-jährigen Star-Regisseurs angeordnet, teilte ein Sprecher des Justizministeriums am Mittwoch mit.

Allerdings könnte es mit der Freiheit gleich wieder vorbei sein. Das Ministerium prüft offenbar noch gegen den Entscheid Berufung einzulegen.

Die hohe Kautionssumme sowie die Abgabe der Ausweispapiere und Hausarrest unter elektronischer Überwachung seien ausreichend, um die nach wie vor als hoch eingestufte Fluchtgefahr zu bannen, so das Bundesstrafgericht.

Ein Termin für die tatsächliche Freilassung steht bisher nicht fest. Roman Planski sitzt also immer noch im Knast.

Polanskis Anwälte hatten sich in den vergangenen Wochen um die Freilassung ihres Mandanten bemüht. Eine Auslieferung in die USA lehnt Polanski weiter ab. Eine elektronische Fußfessel will der Star-Regisseur allerdings tragen, wenn er dafür nach Hause in sein Chalet in Gstaad wechseln darf.

Ein US-Haftbefehl aus dem Jahr 1977 wurde dem berühmten Regisseur vor rund zwei Monaten zum Verhängnis. Er befand sich auf dem Weg zu einer Preisverleihung in die Schweiz, als er am Flughafen festgenommen wurde. Polanski wird Vergewaltigung und Missbrauch eines 13-jährigen Mädchens vorgeworfen.

Der Filmemacher saß dafür in den 70ern 42 Tage in US-Haft, setzte sich vor Verfahrensbeginn aber nach Europa ab und kehrte seitdem nie in die USA zurück. Im Fall einer Auslieferung an die USA droht ihm eine Haftstrafe wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen.

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