Absturz von Smolensk: Die letzten Worte von Kaczynski an seinen Zwillingsbruder

Der Absturz der polnischen Regierungsmaschine mit Polens Präsident Kaczynski schockiert nicht nur Polen, die ganze europäische Welt.

„Alles in Ordnung, wir landen gleich“, soll Kaczynski noch per Handy an seinen Zwillingsbruder durch gegeben haben, kurz bevor die Todesmaschine TU 154 die katastrophale Landung in Smolensk antrat.

Die Frage nach der Ursache beschäftigt nun Experten.

„Materialschäden als Ursache für den Absturz des Flugzeuges sind auszuschließen“, sagte gestern der russische Chefermittler Alexander Bastrykin.  Was führte dann zu der Tragödie, die auf einen Schlag beinahe gänzlich die polnische Regierungs-Elite auslöschte

Derzeit wird über eine Befehls-Kollision zwischen Tower und Cockpit diskutiert.

Fest steht: Bis zum Eindringen der Tupolew in den russischen Luftraum war der Flug der Regierungsmaschine ohne Zwischenfall verlaufen.

Erst als die Maschine gegen 8.20 Uhr den Landeanflug auf den Militärflugplatz Nord-Smolenks antritt, tauchen erstmals Schwierigkeiten auf. Das Wetter ist schlecht. Es herrschen Temperaturen knapp über null Grad.

Die Sicht beträgt weniger als 400 Meter! UND: Der Flugplatz verfügt über kein ILS-Signal („Instrumental Landing System“), das auf großen Verkehrsflughäfen Landungen auch im Blindflug ermöglicht.

Kurz zuvor musste eine andere Maschine die Landung abbrechen und zurück nach Moskau fliegen, weil die Sichtverhältnisse eine Landung unmöglich machten. Auch dem Unglückspiloten wird dringend geraten, nach Minsk oder Moskau auszuweichen.

Doch offenbar hält sich der Pilot nicht an die Anweisung und versucht dennoch die Maschine auf den Boden zu bringen.

Um 8.56 Uhr startet er den tödlichen Landeversuch.

Die Maschine nähert sich viel zu niedrig der Landebahn, streift erste Baumwipfel, gerät außer Kontrolle und kracht in ein Birkenwäldchen. Der Rumpf der Tupolew zerbricht, Kerosin explodiert. Feuer, Rauch, keine Chance für die Passagiere!

Erste Gerüchte werden laut, dass der Präsident dem Piloten die gefährliche Landung persönlich befahl.

Denn: Tatsächlich hatte der Präsident seit Wochen mit Protestbriefen dafür gekämpft, von den Russen zu dem Katyn-Gedenken eingeladen zu werden und mitfliegen zu können. Unbedingt wollte er an diesem Morgen um 10 Uhr bei der Gedenkfeier für die polnischen Helden von 1940 teilnehmen.

Eine Landung auf einem anderen Flughafen hätte sein pünktliches Erscheinen unmöglich gemacht.

In Warschau, der von tiefer Trauer gelähmten Hauptstadt, tuscheln Politiker und Journalisten zwar über die Spekulation. Offiziell heißt es jedoch abwehrend: „Kein Kommentar!“

Endgültigen Aufschluss darüber, wer die fatale Fehlentscheidung zur Landung in dichtem Nebel tatsächlich traf, wird wohl erst die Auswertung des Flugschreibers und des Stimmenrekorders aus dem Cockpit der Todesmaschine geben. Beide Geräte werden von russischen und polnischen Experten in Moskau bearbeitet.

Angeblich hört man auf den Bändern nur zwei Stimmen: ein Fluglotse, der verzweifelt vor der Landung warnt. Und ein Pilot, der wieder und wieder alle Warnungen in den Wind schlägt.

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