Amoklauf in Winnenden: Kanzlerin Merkel weint um Opfer

In der St.-Karl-Borromäus-Kirche in Winnenden fand jüngst die offizielle Trauerfeier für die Opfer des Amoklaufs von Winnenden statt. Auch die Bundeskanzlerin, Angela Merkel, und Bundespräsident, Horst Köhler, befanden sich unter den Trauernden.

Die Kanzlerin konnte sich die Tränen nicht verkneifen und weinte um die Opfer des blutigen Amoklaufs.

Der Bischof betete auch für den Täter.

Fünfzehn weiße Kerzen und je eine gelbe Rose erinnerten an die Opfer. Für den Täter wurde keine Kerze aufgestellt.

Auch Bundespräsident Horst Köhler kann sich die Tränen nicht verkneifen. Seine Stimme bricht, als er zu den rund 800 Trauergästen spricht. „Nichts ist mehr, wie es war.“ Ihm versagt die Stimme. Dann findet er tröstende Worte: „Ja, wir haben Angst und sind ratlos. Aber solange wir einander halten und helfen können, sind wir nicht hilflos. Ja, viele von uns vergehen vor Schmerz. Aber solange wir einander trösten können, ist unser Leben nicht trostlos.“

Deutschland in Trauer. Winnenden in Trauer. Einwohner haben die Bäume in der Gemeinde mit schwarzen Floren geschmückt. Fast alle Geschäfte sind zu: „Wir fühlen mit. Trauertag. Samstag geschlossen“ steht auf Schildern in ihren Fenstern. Das Blumen- und Kerzenmeer vor der Albertville-Realschule ist zu einem Teppich der Trauer herangewachsen. Immer noch werden überall Briefe abgelegt. „Ich weine, weine immer noch, weine um jeden Menschen“, steht auf einer Karte.

Bewegend auch der Abschluss des Staatsaktes: Alle stehen auf, halten sich an den Händen – über den Mittelgang hinweg. „Gemeinsam werden wir es schaffen“, hatte Schulleiterin Hahn zur Trauerbewältigung ermutigt. Und die Menschen öffnen ihre Herzen: Ein Polizist greift nach der Hand eines Vaters, der seine Tochter verloren hat. Der Landespolizeipräsident nimmt die Hand einer Schülerin. Eva Köhler und Angela Merkel halten einander fest.

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