Amoklauf von St. Augustin: Opfer belastet Spanisch-Lehrer

Anna P. (18) wurde zur Heldin und zum traurigen Opfer des Amoklaufs von St. Augustin, bei dem Schülerin Tanja O. ihre Schule nieder brennen wollte.

Jetzt erhebt sie schwere Vorwürfe gegen einen Spanisch-Lehrer. Der Pädagoge habe die Schülerin bei dem Angriff durch Tanja O. einfach im Stich gelassen und sei in Panik geflüchtet.

Der Lehrer habe den verzweifelten Kampf der Schülerin mit der Amokläuferin beobachtet.

Am Morgen des 11. Mai überraschte Anna das Amok-Mädchen Tanja O. auf der Schultoilette. Die sticht wortlos auf sie ein, zerfetzt ihre Hände.

Anna: „Ich rief laut um Hilfe, dann sah ich Herrn Z. hinter der Glastür stehen. Ich dachte, er hilft mir jetzt, doch er drehte sich um, rannte die Treppe hinunter.“

Blutüberströmt habe sie sich zum Lehrerzimmer geschleppt, dort Alarm geschlagen.

Anna: „Ich habe ihn seitdem nie wieder gesehen. Er ist nicht mehr in unserer Schule.“

Ein Behördensprecher teilte mit, dass der Lehrer in Ruhestand gegangen sei. Er wurde nach dem Amoklauf krank geschrieben und kehrte nicht mehr in den Dienst zurück.

Die Bonner Staatsanwaltschaft ermittelte zwischenzeitlich gegen den Oberstufenlehrer: Verdacht auf unterlassene Hilfeleistung. „Nach unseren Erkenntnissen hat der Lehrer gesehen, dass eine Schusswaffe im Spiel ist“, erklärt Sprecherin Monika Volkhausen, „und ist sofort ins Sekretariat gelaufen, um Hilfe zu holen und Alarm zu schlagen. Damit hat er seine Verpflichtung erfüllt.“

Die Ermittlungen wurden eingestellt.

Doch eine persönliche Erklärung für das Opfer Anna gab es nie.

Im Prozess gegen Tanja O. sollen Anna und der Spanischlehrer als Zeugen aussagen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.