Amoklauf von St. Augustin: Psychiatrie oder Knast für Muster-Schülerin

Die Amokläuferin von St. Augustin wollte ihre Schule in Brand stecken, baute aus Feuerlöscher eine Bombe und wollte ihre Mitschüler und Lehrer töten.

Wie konnte aus der einstigen Muster-Schülerin eine Amokläuferin werden ?

Ab heute wird der 16-Jährigen der Prozess gemacht.

Vor allem wird geklärt werden müssen, ob Tanja O. zurechnungsfähig war und ist. Sie gilt als stark suizidgefährdet. Ihr drohen 10 Jahre Haft, die mögliche Höchststrafe im Jugendstrafrecht – oder die Einweisung in die Psychiatrie.

Landgericht Bonn, Saal 1.19. Als die Angeklagte um 9 Uhr den Verhandlungsraum betritt, muss die Öffentlichkeit draußen bleiben, – zum Schutze der Angeklagten. Als Minderjährige genießt sie besonderen Schutz.

Zuerst wird die Anklage verlesen, danach wird eine Aussage von Tanja O. erwartet. Wie das Amok-Mädchen vor Gericht auftritt, wie sie sich fühlt, was sie sagen wird, warum sie es getan hat – nur die Prozessbeteiligten (Richter, Anwälte, Staatsanwalt, Gutachter) werden alles verfolgen können.

Am 11. Mai geht Tanja O. mit dem Vorhaben eines Amoklaufes in ihre Schule, ein Gymnasium in einem Vorort von Bonn. Sie sucht die Mädchentoilette auf. Im Rucksack: 10 Molotowcocktails (benzingefüllt, selbstgebaut). Um die Hüfte: ein japanisches Kurzschwert (für 70 Euro im Internet gekauft). Woher dieser Hass? Ihr Motiv: Massive Probleme mit dem streng gläubigen Elternhaus (russisch-orthodox) sowie Lehrern und Mitschülern.

Laut der Anklageschrift will sie einen Lehrer niederstechen, um Schlüssel für Klassenräume zu bekommen. Dann soll ein Zimmer nach dem anderen angezündet werden, die Schüler in den brennenden Räumen eingesperrt und so getötet werden.

Tanja O. plant eine heimtückische Feuer-Falle für ihre Kameraden und Lehrer.

Das Blutbad verhindert in letzter Sekunde Schülerin Anna P. (18), weil sie Tanja O. auf der Toilette überrascht. Tanja will Anna abstechen, verletzt sie schwer an Händen und Armen. Daraufhin flüchtet das Amok-Mädchen nach Köln, stellt sich dort der Polizei. Der Prozess muss nun auch klären, ob die offenbar psychisch labile Angeklagte voll schuldfähig ist.

Seit der Verhaftung befindet sich die 16-Jährige in einer geschlossenen Klinik.

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