Amoklauf von Winnenden: Jäger verharmlost Schulmassaker

Der Amoklauf von Winnenden, bei dem Tim Kretschmer 15 Personen erschoss, schockierte vor wenigen Wochen Deutschland. Jetzt fordern Politiker parteiübergreifend ein schärferes Waffengesetz, weil der Amokläufer die Waffe seines Vaters für sein Schulmassaker nutzte.

Hobby-Schützen und Jäger laufen Sturm. Jetzt hat sich Andreas Schober (41) in einem Brief stellvertretend für die Jäger im Saarland an die Landtagsabgeordneten gewandt.

Der Jäger-Chef aus Saarbrücken geht sogar soweit, den Amoklauf des 17-jährigen Tim K. mit einem Verkehrsunfall zu vergleichen. Schober verharmlost den Amoklauf.

Er schreibt: „Stellen Sie sich vor, … ein verrückter Jugendlicher wäre ohne Führerschein in eine Menschenmenge gerast … Wäre auch gefordert worden, die Aufbewahrung des Pkw in der Garage zu verschärfen?“

Und er legt nach: „Abstrus“ sei eine solche Forderung. Genauso wie der Ruf nach schärferen Waffengesetzen. Der Jägermeister: „Für uns ist die Waffe ein Werkzeug, das täglich gebraucht wird.“

Als besonders anstoßend wirken die Worte des Jägers: „Eine Waffe ist ein Symbol für Freiheit.“

Durch unangekündigte Kontrollen würden Waffenbesitzer schlechter gestellt als Kriminelle. Das seien, so Schobers Fazit, „DDR-Methoden“…

Mit Entsetzen haben die Grünen auf den Brief des Oberjägers reagiert. Ihr Chef Hubert Ulrich (51), der morgen im Landtag einen Antrag für eine Verschärfung des Waffengesetzes einbringen will: „Hier will jemand mit hanebüchenen Vergleichen die Gefährlichkeit von Waffen verharmlosen. Der Jägermeister hat die Grenzen des guten Geschmacks weit überschritten.

Eine Entschuldigung wäre angebracht.“

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