Amoklauf von Winnenden: Opferfamilien fordern Strafe für Täter-Vater !

Es muss einen Schuldigen geben, unbedingt ! Am besten einen der greifbar ist und öffentlich zur Rechenschaft gezogen werden kann. Nach dem Wahnsinn des Amoklaufs von Winnenden bereitet die Aufarbeitung des Verbrechen größte Schwierigkeiten.

Die Opferfamilien haben ihren Hass, ihre Wut und all ihre negativen Emotionen auf den Täter-Vater von Tim K. manifestiert, fordern mit aller Nachdrücklichkeit einen Strafprozess.

Nebenkläger-Anwalt Uwe Krechel will den Unternehmer Jörg K. wegen fahrlässiger Tötung in 15 Fällen anklagen. Den Prozess soll er bereits bei der Staatsanwaltschaft Stuttgart beantragt haben. Das meldet „Focus“ am Samstag in einer Vorabmeldung.

Jörg K. habe „grob sorgfaltswidrig“ seinem „psychisch kranken“ Sohn den „Zugang zu einer Waffe und 400 Schuss Munition ermöglicht“, zitierte „Focus“ aus der Stellungnahme des Anwalts.

Der Anwalt wirft dem Vater auch vor, dass er im Ermittlungsverfahren keine „echte Reue“ zeigte, sondern nur einräumte, „was aufgrund der Aktenlage nicht mehr zu bestreiten war“.

Zusammen mit seinem Sohn kaufte Vater K. noch sieben Wochen vor dem schrecklichen Blutbad von Winnenden Munition.

Am 11. März 2009 stürmte Tim K. dann schwer bewaffnet in die Albertville-Realschule in Winnenden und ermordete acht Schülerinnen, einen Schüler, drei Lehrerinnen, drei weitere Passanten und am Ende sich selbst.

Krechels Anwalts-Kollege Jens Rabe sagte dem Magazin „Focus“, der Vater hätte erkennen müssen, dass sein Sohn für andere gefährlich sei. Tim K. war psychisch krank, zeitweise in Behandlung. Bei seinem ersten Gespräch im Psychiatrischen Institut Weinsberg im Frühjahr 2008 soll er berichtet haben, dass bei ihm „zumindest phasenweise Hass- und Tötungsgedanken gegen Menschen aufkommen“.

Einige Monate nach der Tat meldeten sich Tim K’s Eltern mit einem Entschuldungs-Schreiben bei den Opferfamilien. Doch diese zeigten sich nicht besänftigt, sondern empört.

Der Vater der erschossenen Jana (†15), Hardy Schober (50) beklagte sich öffentlich: „Warum entschuldigen die sich nicht persönlich bei uns? Der Brief ist offensichtlich von deren Anwalt geschrieben. Die an mich adressierte Kopie war nicht mal unterschrieben. Das ist doch nur eine politische Taktiererei, um eine öffentliche Verhandlung zu vermeiden.“

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