Amoklauf von Winnenden: Vater verkauft seine Waffen

Der Amoklauf von Winnenden hat weltweit Aufsehen erregt. Der Bürgermeister von Littleton im US-Bundesstaat Colorado schickte Beileidsbekundungen. Dort waren im April 1999 bei einem Amoklauf von zwei Schülern 12 Menschen getötet worden.

Die Menschen in Winnenden sind unterdessen mit der Aufarbeitung der schrecklichen Vorkommnisse beschäftigt.

Auf dem Spenden-Konto für die Hinterbliebenen der Opfer des Amoklaufs in Winnenden (KSK Waiblingen, BLZ 602 500 10, Konto-Nr. 158 00 202) sind bislang 30 000 Euro eingegangen. Weitere 25 000 Euro seien von einer großen Firma (will nicht genannt werden) angekündigt.

Es könnte sich hier womöglich auch um die Firma des Vaters des Amokschützen handeln, heißt es laut Gerüchten. Dieser hat sich jetzt offenbar auch entschieden, sämtliche seiner Waffen abzugeben. Damit kommt Unternehmer Jörg K. einem Verfahren des Landratsamtes zuvor.

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen Unternehmer Jörg K. wegen fahrlässiger Tötung, weil er seine Beretta nicht ordentlich weggeschlossen hatte. Sein Sohn holte die Waffe aus dem Kleiderschrank und erschoss damit 15 Menschen, richtete sich schließlich selbst.

Doch die Pistole war nicht die einzige Waffe, die Tims Vater, ein passionierter Sportschütze, besitzt. 15 Pistolen und Gewehre fanden die Ermittler bei der Hausdurchsuchung in einem Waffenschrank.

Jörg K. will sie nicht mehr haben. Sein Rechtsanwalt Achim Bächle (51): „Jedes Mal wenn er eine Waffe anrührt, muss er unweigerlich an diese Vorfälle denken.“ Konsequenz: „Sobald die Waffen von den Ermittlungsbehörden freigegeben sind, werden sie verkauft.“ Vermutlich wird der Schützenverein, indem Jörg K. Mitglied ist, die Waffen ankaufen.

Auch die Waffenbesitzkarte, so der Anwalt, wird sein Mandant jetzt dem Landratsamt freiwillig zurückgeben.

Im Rems-Murr-Kreis scheinen immer mehr Menschen sich von Waffen angesichts des schrecklichen Amoklaufs abzuwenden.

Landrat Johannes Fuchs teilte mit, dass seit dem Amoklauf vom 11. März schon 20 Gewehre und Revolver beim Landratsamt abgegeben wurden.

Die Zukunft der Unternehmer-Familie des Amokläufers ist noch unklar. Bislang gibt es keine Absichten in das Einfamilienhaus in Weiler am Stein zurück zu kehren. Jüngst nahm die Familie offenbar in einer geheimen Trauerfeier von ihrem Sohn Abschied.

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