Aussetzung: Nackter Sachse in München

Er hatte weder seine Brille, noch eine Unterhose, Socken oder Schuhe, geschweige denn eine Hose oder eine Jacke bei sich. Papiere auch nicht. Mitten in der Nacht wurden jüngst Frank E. (46) aus Leipzig in Sachsen auf dem Münchener Flughafen ausgesetzt.

Der Sachse erklärte verdutzten Beamten, er sei von einem Taxifahrer ausgeraubt, ausgezogen und am Flughafen ausgesetzt worden. Die Beamten bezweifelten die Geschichte zunächst.

Der gelernte Koch und Bürokaufmann aus Leipzig war in Bayern, um geschäftlich den Nachtclub „Pascha“ zu besuchen. Nach drei Stunden fuhr er von dort mit dem Taxi Richtung Flughafen, um am nächsten Morgen zurückzufliegen.

Doch die Taxifahrt wurde zur bizarren Tour …

Frank E. erzählt: „Die Fahrt kostete 64,20 Euro. Ich hatte aber nur noch 60 Euro.“

Da soll der Fahrer durchgedreht sein. „Er nahm mir meine Handys, alle Ausweise und meine Schlüssel ab. Dann musste ich mich nackt ausziehen. Sogar meine Brille und die Unterhose nahm er mir weg!“

Um zwei Uhr nachts wurde der Sachse, notdürftig mit einer Zeitung bedeckt, von einer Putzkolonne im Flughafen aufgefunden.

Frank E.: „Die haben mir aus einem Müllsack eine Art Rock gebastelt.“

Dann kam schließlich auch die Flughafenpolizei dazu und wollte die Geschichte des Geschäftsmannes zunächst nicht so einfach glauben.

Den gemeinen Kleiderdieb und sein Taxi hat die Polizei bislang nicht gefunden. Flughafenpolizei-Sprecher Harald Lindacher zur „Abendzeitung“: „Wir ermitteln wegen Raubes gegen unbekannt.“

Die Münchner Taxi-Unternehmen weisen jede Schuld von sich. Ebenso der Chef des Nachtclubs: „Der Herr kam angezogen zu uns. Und so stieg er auch wieder ins Taxi.“

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