Braunau: Kampf gegen Hitler-Museum im Geburtshaus

Braunau kurz hinter der österreichischen Grenze bei Passau will kein Hitler-Museum, auch wenn der Schreckens-Diktator in dem kleinen österreichischen Ort geboren wurde.

Das Haus, in dem der Diktator geboren wurde steht derzeit für 2,2 Mio. Euro zum Verkauf. Politiker und Einwohner befürchten nun, dass das Geburtshaus zu einer Pilgerstätte für Extremisten werden könnte.

Bürgermeister Gerhard Skiba hat den Bürgern Braunaus versprochen, dass er verhindern werde, dass Braunau zur Pilgerstätte für Hitler-Fans wird.

Am liebsten würde die Stadt das Grundstück selbst kaufen, aber das nötige Geld fehlt.

Skiba will jetzt in Wien um Hilfe bitten, wenn der Verkauf des Grundstücks durchgezogen werden soll.

Das Eckhaus verfügt über eine Grundfläche von rund 185 Quadratmeter mit einer Gewerbefläche im Erdgeschoss und zwei Stockwerken. Im ersten Stock wurde Hitler am 20. April 1889 geboren. Damals war im Erdgeschoss eine Kneipe (Zum Pommer, nach dem Namen der Besitzerfamilie), in der sich Hitlers Vater Alois regelmäßig betrank, bevor er zur Familie nach oben wankte.

Das Haus war schon einmal eine Gedenkstätte. Der NS-Sekretär Martin Bormann machte die Immobilie zur nationalen Gedenkstätte. Die Initialen MB an einem Eisentor erinnern noch heute daran.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs versuchten fanatische Nazis das Gebäude zu sprengen, doch das misslang, weil die amerikanischen Truppen schneller waren.

1952 wurde das Haus der ursprünglichen Eigentümer-Familie zurückgegeben und eine städtische Bibliothek eingerichtet. Danach mieteten eine Schule, eine Bank und ein technisches Institut die Räume, bis es zu einem Heim für Behinderte wurde. Dieses zog jetzt aber in modernere Räume um.

So mancher Historiker sinniert nun darüber das Gebäude in ein Museum umzuwandeln. Doch Bürgermeister Skiba will davon nichts wissen.

„Dann würde die ganze Welt nach Braunau ins Hitler-Museum pilgern. Bisher gibt es bei uns keine Verbindung zu Hitler außer einem Gedenkstein für die Nazi-Opfer.“

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