Demjanjuk-Prozess: Medien-Hype in München

Am Montag beginnt in München der Prozess gegen den mutmaßlichen Nazi-Schergen John Demjanjuk (89). Er soll am Mord an rund 28 000 Menschen beteiligt gewesen sein, indem er dem Nazi-Regiem als Wärter im Vernichtungslager Sobibor diente. Der Prozess wird von einem riesigen internationalen Medien-Aufgebot begleitet.

Jahrelang arbeitete die Staatsanwaltschaft an der Anklage, ließ Demjanjuk schließlich aus den USA nach Deutschland ausliefern. Ob der Prozess allerdings jemals beendet werden kann, ist hinsichtlich des instabilen Gesundheitszustandes des Angeklagten fraglich. Demjanjuk hat Krebs, Gicht, sein Gesundheitszustand ist insgesamt schlecht.

Derzeit gilt Demjanjuk allerdings als eingeschränkt verhandlungsfähig. Mehr als drei Stunden pro Tag Verhandlung sind nicht drin.

Nicht gerade viel für einen derartigen Mammut-Prozess !

Am 13. Juli hat die Staatsanwaltschaft offiziell Anklage erhoben. Auf 86 Seiten sind die mutmaßlichen Taten des Demjanjuk aufgelistet. Der wichtigste Beweis im Prozess ist ein SS-Dienstausweis mit der Nummer 1393. Dieser soll beweisen, dass Demjanjuk tatsächlich, der gesuchte SS-Wächter ist.

Nach dem vorliegenden Dokument war Demjanjuk vom 28. März bis Mitte September 1943 im KZ Sobibor (Polen) als Wachmann tätig. Aufgabe: Menschen in die Gaskammern treiben.

35 Verhandlungstage sind bis zum 6. Mai 2010 angesetzt.

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