Der Fall Kachelmann: Staatsanwalt bestellt Gegen-Gutachten

Der schweizer Medien-Mann Jörg Kachelmann (51) bleibt weiterhin in Untersuchungshaft, vermutlich bis zum Prozess. Die Staatsanwaltschaft teilte jüngst mit, dass man ein Gutachten über die Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Vergewaltigungs-Opfers, das in der jüngsten Vergangenheit für Zweifel an der Schuld von Kachelmann gesorgt hatte, durch ein Gegengutachten entkräften wolle.

Ein neuer Sachverständiger soll sich nun noch einmal mit dem mutmaßlichen Kachelmann-Opfer befassen und die Aussagen der Frau auf ihre Belastbarkeit als Beweismittel vor Gericht prüfen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem TV-Star besonders schwere Vergewaltigung in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor. Um ihre Anklage zu untermauern, hatte sie zunächst die Bremer Psychologin Luise Greuel beauftragt.

Diese hielt die Aussagen des mutmaßlichen Opfers allerdings in einem Gutachten für nicht belastbar als Beweismittel.

Ein Gutachten also, mit dem die Verteidiger Kachelmanns gute Chancen hätten, eine Entlassung ihres Mandanten aus der U-Haft zu erreichen!

Jetzt hat die Staatsanwaltschaft Mannheim einen weiteren Sachverständigen beauftragt. Der Psychotherapeut vertritt in den mehr als 30-seitigen Ausführungen die These, dass die von ihm behandelte Frau an einem trauma-bedingten Gedächtnisverlust leide, berichtet der „Spiegel“.

Von Kachelmann-Verteidiger Birkenstock wird zudem zum Wochenanfang eine ausführliche Stellungnahme zu allen bislang vorliegenden Dokumenten erwartet.

Er habe bei einem traumatologisch versierten Neuropsychologen ein Gutachten in Auftrag gegeben.

Auch die Psychologin Greuel hatte die Möglichkeit einer Traumatisierung berücksichtigt, allerdings lasse sich nicht erklären, warum sich die Zeugin einerseits an einige Reizeindrücke ganz genau erinnern könne, an andere dagegen überhaupt nicht, schrieb sie. Unabhängig von der Frage eines Traumas lasse sich mit aussagepsychologischen Methoden nicht unterscheiden, was die Zeugin wirklich erlebt habe und was sie sich möglicherweise einbilde.

Das Landgericht Mannheim will nächste Woche über eine mögliche Freilassung Kachelmanns aus der Untersuchungshaft entscheiden, in der er seit 20. März sitzt.

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