Dreisteste Werbelüge: Goldener Windbeutel für Danone

Die Marke „Danone“ unter der Milchprodukte vertrieben werden, hat in diesem Jahr die Auszeichnung der „Goldene Windbeutel“ für die dreisteste Werbelüge gewonnen.

Der Trinkjoghurt „Actimel“ des Lebensmittelkonzerns Danone eroberte den Preis für die Marke.

Das Unternehmen war nicht begeistert – und lehnte die Auszeichnung ab.

Zuvor hatten rund 35000 Teilnehmer über den „Goldenen Windbeutel“ 2009 abgestimmt.

Fast die Hälfte der Wähler stimmte für den Trinkjoghurt „Actimel“ von Danone. Begründung: die Werbung, die das Produkt als Mittel gegen Erkältungen preist, sei der offenkundigste Fall von Etikettenschwindel in der deutschen Werbung.

Ganz offensichtlich ließen sich die befragten Verbraucher von der durchaus massiven Werbung der Marke nicht irreführen.

„Der Trinkjoghurt schützt nicht gegen Erkältung“, so Kampagnen-Leiterin Anne Markwardt. Er stärke das Immunsystem nur ähnlich gut wie ein herkömmlicher Naturjoghurt, sei aber viermal so teuer und doppelt so zuckrig.

Danone wies die Vorwürfe zurück. In mehr als 30 wissenschaftlichen Studien sei belegt, dass das Produkt nachweislich die Abwehrkräfte aktiviere, erklärte das Unternehmen.

Immerhin muss sich auch ein anderer Milchprodukte-Hersteller mit dem „Windbeutel“ herumschlagen. Bauer landete mit seinem „Bine Maja“-Kinderjoghurt auf Platz zwei. Er wird beworben als Erdbeergetränk, Erdbeeren tauchen jedoch als Inhaltsstoff gar nicht auf. Das bereits vom Markt genommene Lebensmittel enthielt dafür auf einen Liter 44 Stücke Zucker.

Rang drei belegte die Nudelsoße „Pesto Verde“ von Bertolli. Hier werden nach Angaben der Organisation statt den beworbenen Pinienkernen und Olivenöl hauptsächlich Cashewnüsse und Sonnenblumenöl verwendet.

Auch die Traditions-Marke Granini erhielt einen „Windbeutel“ für ihr Produkt „Frucht-Tiger“. Eckes-Granini bewirbt das Getränk als „gesunden Durstlöscher“, laut Foodwatch enthält es aber viele Süßstoffe und Zitronensäure, die den Zahnschmelz angreifen.

Der „Gourmet-Genießerkuchen“ von Bahlsen landete auf dem fünften Rang. Die Teilnehmer der Abstimmung waren der Meinung, in einem „Gourmet-Kuchen“ dürften keine Eier aus Legeanstalten und künstliche Aromen enthalten sein.

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