Einsturz-Katastophe von Köln: Razzia bei Verkehrsbetrieben

Vier Wochen sind seit der verheerenden Einsturz-Katastrophe des Kölner Stadtarchivs, bei dem zwei Menschen ums Leben kamen, bereits vergangen. Auf der Suche nach einem Verantwortlichen für das Unglück, wurden nun offenbar 40 Büros und Gebäude von Baufirmen durchsucht.

Betroffen waren vor allem die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) und andere am U-Bahn-Bau beteiligte Firmen.

Die Staatsanwaltschaft ließ Beweismittel sicherstellen und erhofft sich im Anschluss durch ein Sachverständigengutachten zur Ursache des Einsturzes neue Erkenntnisse, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft, Günther Feld, erklärte.

Die Staatsanwaltschaft hatte bereits kurz nach dem Einsturz ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung und der Baugefährdung eingeleitet.

Im Einzelnen wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft Einrichtungen der Kölner Verkehrsbetriebe AG, der Arbeitsgemeinschaft Nord-Süd Stadtbahn Los Süd, der INGE PNS als örtlicher Bauleitung sowie Niederlassungen von Subunternehmen und Ingenieurbüros durchsucht. Diese waren an dem Bauabschnitt in der Nähe des Stadtarchivs beteiligt.

Allerdings werden die von den Durchsuchungen Betroffenen nicht automatisch als Beschuldigte geführt. Die Durchsuchungen basierten vielmehr auf Paragraf 103 der Strafprozessordnung, der auch Razzien bei „anderen Personen“ zur Verfolgung von Spuren einer Straftat zulasse, betont Günther Feld. Es bestehe nach wie vor kein Anfangsverdacht gegen eine bestimmte Person.

Die Durchsuchungen seien trotz der im Vorfeld zugesicherten und bislang auch ausnahmslos praktizierten Kooperationsbereitschaft der Verfahrensbeteiligten unumgänglich, sagte Feld. Denn die Staatsanwaltschaft könne die Beweismittelgewinnung wegen der Bedeutung der Sache nicht allein in die Hände der Betroffenen legen.

Bei dem Einsturz des Stadtarchivs waren vor vier Wochen zwei Menschen ums Leben gekommen; außerdem wurden unersetzliche Archivbestände unter den Trümmern begraben. Als Auslöser des Einsturzes gilt der U-Bahn-Bau in der unmittelbaren Nachbarschaftdes Archivs.

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