Erdbeben auf Haiti: Die Gewalt eskaliert

Bürgerkrieg in Haiti. Jeder versucht zu überleben, koste es was es wolle. Im Inselstaat Haiti in der Karibik ist die katastrophale Situation nach dem Erdbeben am vergangenen Mittwoch jetzt eskaliert. Es regiert die Gewalt. Schwere Unruhen erschüttern vor allem die Hautpstadt Port-au-Price. Immer sind irgendwo Schüsse zu hören.

Jeder der sich auf die Straße wagt, wird abgeknallt.

Das ist das Ergebnis der unfähigen Regierung der letzten Tage. Die Menschen von Haiti hatten nach dem Erdbeben tagelang auf Hilfe und Rettung gewartet, doch einen Notfall-Plan, der Ordnung in das Chaos aus Leichen, Trümmern und Not bringt, gibt es nicht.

Jetzt ist die Not der Menschen in Hass und Gewalt umgeschlagen. Die Regierung verhängte den Ausnahmezustand.

Besonders betroffen: Einheimische mit Nahrungsmitteln, Wasser oder Treibstoff, Retter und Journalisten.

Die Polizei hielt Menschen davon ab, in die Innenstadt zu gehen.  Ein Polizeibeamter erzählt: „Sie schießen auf jeden, Journalisten, Polizisten.“

Sicherheitskräfte setzten Tränengas gegen Hunderte von Plünderern ein. Schließlich fuhren die Sicherheitskräfte mit Lastwagen in die Menge und versuchten die Ansammlung aufzulösen.

Verzweiflung, Wut und unfassbare Trauer beherrschen das Leben derjenigen, die das Erdbeben überlebt haben. 70 000 Leichen sind bislang aus den Trümmern geborgen worden – offiziell. 60 Prozent der Gebäude sind zerstört.

Diejenigen, die überlebten und nicht aus der Hölle von Port-au-Prince fliehen konnten, drohen jetzt an Hunger und Durst oder mangelnder medizinischer Versrogung zu sterben.

Mindestens eine Viertelmillion Menschen wurden Schätzungen der Uno und haitianischen Behörden zufolge bei dem Beben der Stärke 7,0 verletzt. 1,5 Millionen sind obdachlos.

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