Erdbeben auf Haiti: Erste Toten-Hochrechnungen – Weltweite Anteilnahme

Das verheerende Erdbeben auf der Karibikinsel Haiti erschütterte nicht nur die Erde, sondern weltweit die Herzen. Die Anteilnahme an dem Unglück des kleinen Inselstaates, eines der ärmsten Länder der Welt, ist riesig, ebenfalls das Entsetzen über die Zerstörungskraft der Natur.

Jetzt läuft langsam erste Hilfe an.

Doch immer noch schockieren immer wieder neue Meldungen und Bilder aus der Krisenregion.

Nach ersten Schätzungen von Ministerpräsident Jean-Max Bellerive könnten mehr als Hunderttausend Menschen ums Leben gekommen sein.  Möglicher Weise sind darunter auch deutsche Staatsbürger.

Noch immer ist die Verbindung in das Erdbebengebiet äußerst brüchig. Aufräum- und Rettungsarbeiten laufen nur äußerst spärlich an.

Präsident René Préval hatte zuvor bereits erklärt, dass beim Erdbeben am Dienstag Tausende Menschen ums Leben gekommen sind. Er habe über Leichen steigen müssen und die Schreie von Menschen gehört, die unter Trümmern begraben seien, schilderte Preval in einem Interview des „Miami Herald“ vom Mittwoch.

Das Epizentrum des schrecklichen Bebens lag nur 16 Kilometer westlich von Port-au-Prince . Selbst massiv gebaute Gebäude konnten der Wucht des Bebens nicht stand halten. Das Parlament, die Steuerbehörde, Hotels, Krankenhäuser, Schulen, alles ist zerstört.

„Es gibt eine Menge von Schulen mit einer Menge von Toten in ihnen.“ Auch alle Hospitäler seien voller Menschen: „Es ist eine Katastrophe.“  Langsam gehen die Medikamente aus. Es droht nach dem Erdbeben jetzt eine humanitäre Katastrophe. Es ist zu befürchten, dass auf Grund der schlechten Organisation, durch die defekte Infrastruktur der Strom- und Wasserversorgen, sowie des nicht vorhandenen Gesundheitssystems, Seuchen um sich greifen werden.

Die Bundesregierung hat einen Krisenstab eingerichtet. Bei der örtlichen Botschaft sei eine zweistellige Zahl von Deutschen gemeldet!  Wo sie sich aufhalten und ob sie noch am Leben sind, soll jetzt möglichst zeitnah geklärt werden.

Zugleich sprach Bundesaußenminister Westerwelle den Angehörigen der Opfer sein Mitgefühl aus: „Wir trauern gemeinsam mit dem Volk von Haiti um die Opfer.“

Die Bundesregierung werde „alles, was möglich ist“ unternehmen, um den Menschen in Haiti beizustehen. Die bereits zugesagte Soforthilfe könne nur ein „kleiner Beitrag“ sein, um die Not etwas zu lindern.  Immerhin wurden 1,5 Millionen Euro bereitgestellt.

Auch Bundespräsident Horst Köhler (66) hat dem haitianischen Volk die Anteilnahme der Deutschen bekundet. „Deutschland wird Haiti zur Seite stehen“, sagte er in Berlin. Zu Beginn des Neujahrsempfangs für das Diplomatische Korps begrüßte er ausdrücklich den Botschafter des Karibikstaats und zeigte sich „zutiefst bestürzt“ über die Nachrichten vom verheerenden Erdbeben.

Nach ersten Schätzungen sind 3 Millionen Menschen von dem Beben und den jetzt chaotischen Zuständen betroffen. Möglicher Weise gibt es mehr als hunderttausend Tote. Genauere Schätzungen zum Ausmaß der Zerstörung könnten frühestens am Donnerstag vorliegen.

Unter den Erdbebenopfern befindet sich auch der Erzbischof der Hauptstadt Port-au-Prince, Serge Miot. Auch das größte Gefängnis der Hauptstadt wurde zerstört. Offenbar seien mehrere Insassen entkommen, sagte UN-Sprecherin Elisabeth Byrs.

Hilfsorganisationen aus aller Welt sind unterwegs in das Katastrophengebiet. Die USA haben als eine der ersten Maßnahmen mehrere Kriegsschiffe in das Land entsandt.

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