Erdbeben auf Haiti: Tausende Tote befürchtet

In der Nacht zu Mittwoch (Ortszeit) ist der Inselstaat Haiti in der Karibik von einem äußerst schweren Erdbeben erschüttert worden. Vermutlich handelt es sich bei dem Beben um die schwerste Naturkatastrophe überhaupt in dem Staat. Experten befürchten Tausenden Tote.

Das Beben der Stärke 7,0 richtete verheerende Schäden an. Sämtliche Infrastruktur ist zerstört, die Versorgungssysteme für Wasser, Strom und Telefon sind zusammen gebrochen oder unter Schlamm, Geröll und Staub verschüttet. Sogar das Parlament in der Hauptstadt Port-au-Prince und ein wichtiges Krankenhaus sind eingestürzt.

Besonders schwer getroffen von dem schweren Beben: Die zahlreichen Slums. Hier herrscht pures Chaos. Viele der Hütten und behelfsmäßigen Behausungen sind eingestürzt. In der Nacht folgten zahlreiche Nachbeben.

Berichten zufolge wurden der Nationalpalast, die Kathedrale und eine Reihe von Hotels zerstört oder schwer beschädigt, darunter auch das Hotel Christopher, der Sitz der UN-Stabilisierungsmission MINUSTAH.

Außerdem seien in der Geschäftsstraße Delmas viele Gebäude zusammengebrochen. Ein Kinderkrankenhaus, zwei Ministerien und ein Geschäftsgebäude, in dem unter anderem die Vertretung der Europäischen Union ihre Büros hat, seien ebenfalls schwer beschädigt.

Der Sprecher der Botschaft der Dominikanischen Republik Port-au-Prince, Pastor Vásquez, sagte: „Viele Gebäude sind zusammengestürzt, viele Menschen suchen nach ihren Angehörigen.“

Viele Menschen laufen auf der Suche nach Bekannten, Wasser und Lebensmittel, verzweifelt durch die Gegend. Kaum jemand hat einen Notfall-Plan.

Auf rasche Hilfe der eigenen Behörden können die Menschen in Haiti, einer Svenja Koch zufolge, nach dem Beben nicht hoffen. Die Sprecherin des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) sagt: „Es gibt keine medizinische Versorgung für die Bevölkerung und die wird es jetzt natürlich auch nicht geben.“

Außerdem gebe es keinerlei Katastrophenvorsorge, die Menschen seien auf sich gestellt. Das DRK habe derzeit drei Mitarbeiter im Land, die aber noch keine Informationen geliefert hätten.

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