Erdbeben in Italien: 100 Verschüttete wundersam gerettet

Die Erdbeben-Katastrophe in Italien hält die Menschen vor Ort weiter in Atem. In der vergangenen Nacht wurde wie durch ein Wunder der 100. Überlebende geborgen. Unter einem eingestürzten Haus in L’Aquila wurde eine 24-jährige Frau befreit. Sie überlebte fast unverletzt.

Die über 1500 Retter graben sogar mit bloßen Händen, sie vollbringen fast übermenschliches:

Die kleine Sara Luce (6) liegt weinend in den Armen ihrer Mutter. Das tapfere Mädchen entkam nur knapp dem Tod, rettete sich aus ihrem einstürzenden Haus. „Es hat alles gewackelt“, schluchzt sie, sagt „Irgendwie sind wir da rausgekommen“.

Auch eine 21-jährige Frau und ein junger Mann (22) konnten lebend unter den Trümmern hervorgezogen werden. Sie wurden von der Katastrophe in einem fünfstöckigen Wohnhaus überrascht.

Tragische Schicksalsberichte aus der kleinen mittelitalienischen Stadt berühren die ganze Welt: Unter der Leiche einer Frau wurde ein Mädchen (2) gefunden. Die Mutter schützte ihre Tochter mit ihrem eigenen Körper vor dem tödlichen Geröll, rettete ihr damit das Leben…

Auch der Arbeiter Marcello (41) war fünf Stunden lang bewusstlos im Schutt eingekeilt: „Erst als mich meine Schwester auf dem Handy angerufen hat, bin ich aufgewacht.“ Sie alarmierte sofort die Rettungskräfte.

Immer noch suchen Sanitäter, Feuerwehrleute und hunderte Polizisten vor Ort nach Überlebenden.

Die Rettungsarbeiten werden von Nachbeben, in der Nacht mit einer Stärke von bis zu 4,8 Punkten auf der Richterskala, und starkem Regen erschwert.

Noch immer werden 34 Menschen vermisst, liegen unter den Schutt- und Betonmassen. Niemand weiß, wie viele von ihnen noch leben.

In der Nacht wurden Riesenscheinwerfer aufgestellt, die Suche fortgesetzt. Auch Kräne, Spürhunde und schweres Räumgerät sind im Einsatz.

179 Todesopfer wurden bereits geborgen, 15 000 Gebäude sind eingestürzt. 26 Ortschaften rund um L’Aquila sind von der Zerstörung betroffen – die Kleinstadt Onno wurde praktisch dem Erdboden gleichgemacht…

Zehntausende Menschen sind obdachlos, mussten die Nacht im Freien verbringen. Andere wurden mit Bussen in nahegelegene Küstenregionen gebracht.

Aus allen Teilen Italiens trafen die erste Hilfslieferungen ein, Hilfsangebote aus 35 Ländern gingen ein. Ministerpräsident Silvio Berlusconi stellte 30 Millionen Euro als Soforthilfe in Aussicht.

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