Fall Kassandra aus Velbert: So lebt ihr mutmaßlicher Peiniger im Jugend-Knast

Die neunjährige Kassandra aus Velbert wurde schwer misshandelt, brutal geschlagen und in einen Gullyschacht gestopft. Dem Mädchen geht es inzwischen besser. Es hat die Klinik verlassen. Sein Aufenthaltsort ist allerdings unbekannt.

Nicht so der, seines mutmaßlichen Peinigers. Ein 14-jähriger Sonderschüler soll das Mädchen halb tot geschlagen und versteckt haben. Er sitzt in Untersuchungshaft im Jugendknast.

Und so sieht sein Tag aus:

Hinter den Mauern des zweistöckigen Waschbeton-Baus mit den vergitterten Fenstern sitzen Einbrecher, Sex-Gangster, Mörder. Hier, in Wuppertal am Simonshöfchen, verbüßen sie Strafen oder warten auf den Prozess. Auch der mutmaßliche Peiniger der 9-jährigen Kassandra aus Velbert.

Die Haftbeschwerde von Antons Verteidigerin Astrid Denecke wurde jetzt zum dritten Mal abgeschmettert, diesmal vom OLG Düsseldorf. Noch im Dezember soll Anklage erhoben werden.

In Wuppertal kümmern sich 30 Justizbeamte, ein Psychologe, zwei Sozialarbeiter und ein Lehrer um den mutmaßlichen Gully-Schläger und die anderen 70 Jugendlichen.

Stundenplan: 6 Uhr Wecken, 7 bis 8 Uhr Sport, dann Unterricht. In einer Werkstatt darf der Junge mit Holz und Metall basteln.

Ein ehemaliger Mitgefangener: „Das macht er gerne. Er ist sehr an Technik interessiert, redet viel von Autos.“

Von 12 bis 13 Uhr ist dann Essen und Mittagsruhe in der Zelle, nachmittags noch einmal Sport (Tischtennis oder Fußball) oder Kunsterziehung. Um 21 Uhr fallen die Zellentüren ins Schloss. Der Jugendliche darf aber noch Fernsehen gucken – so lange er will.

Doch seine Anwältin beschwerte sich über „Übergriffe“ auf ihren Mandanten. Es gehe ihm nicht gut.

Anstalts-Leiterin Jutta Lauxen (56) verteidigt ihre Anstalt: „Bei uns hat es seit Jahren keine Übergriffe gegeben. Natürlich geht es einem Jugendlichen in Haft schon mal nicht gut. Aber wir wissen, wie wir helfen.“

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