Fall Natascha Kampusch: TV-Geständnis erwartet

Jetzt könnten endlich die zahlreichen Gerüchte um den Fall Natascha Kampusch aus der Welt geschaffen werden. Im TV soll Natascha Kampusch endlich Stellung nehmen, fraglich erscheint aber dennoch ob sie den Missbrauch einräumen wird bzw. zu Mittätern endlich eine klare Aussage trifft.

Die Ermittlungen in dem jetzt bereits elf Jahre alten Fall stehen vor dem Abschluss. Vor drei Jahren gelang Natascha Kampusch die Flucht aus ihrer achtjährigen Geiselhaft. Ihr Entführer Wolfgang Priklopil († 44) nahm sich nach der Flucht das Leben und nahm sein Täterwissen mit ins Grab. Bis heute ist öffentlich niemals eindeutig ausgesprochen worden, dass Natascha Kampusch ein Opfer sexuellen Missbrauchs geworden ist.

Dennoch scheint naheliegend, dass Priklopil das Mädchen zu seiner persönlichen sexuellen Befriedigung einfing und Natascha vergewaltigte.

2006 konnte Natascha Kampusch fliehen – aber noch heute gibt es unbeantwortete Fragen, furchtbare Vermutungen. Filmte Priklopil den Missbrauch des jungen Mädchens? Hatte er bei seinen perversen Taten einen Komplizen? Wurde Natascha womöglich sogar für Sex verkauft.

Im österreichischen Fernsehen („Thema“, 21.10 Uhr, ORF 2) will sich Natascha Kampusch zu den Ermittlungen äußern, die kurz vor dem Abschluss stehen, und auch auf neue Spekulationen eingehen.

Ein wichtiges aktuelles Thema in dem Fall: Ernst H., der beste Freund des Entführers. Wolfgang Priklopil erzählte ihm nach Nataschas Flucht 2006 offenbar alles, bevor er sich vor einen Zug warf. H. hielt drei Jahre lang dicht, gestand erst an diesem Wochenende nach stundenlangem Verhör: „Ja, Wolfgang hat mir in einer Lebensbeichte alles erzählt!“

Schützt er sich mit dieser Aussage, weil er eigentlich Mittäter ist, oder sagt H. nun endlich die Wahrheit ?

Zunächst bestand sogar der Verdacht, H. sei ein Komplize Priklopils bei der Entführung, mindestens aber ein späterer Mitwisser gewesen. Nun ist die Staatsanwaltschaft so weit mit Informationen versorgt, dass sie demnächst mit dem Ermittlungsergebnis an die Öffentlichkeit gehen will, berichtet die Zeitung „Krone“.

Außerdem ging die Staatsanwaltschaft zuletzt wieder den Hinweisen eines Zeugen aus Tengen (Baden-Württemberg) nach. Der behauptet, in Priklopils Keller seien Filmaufnahmen mit Natascha Kampusch entstanden. Gesehen hat das Video aber wohl noch kein Ermittler. Was wird Natascha Kampusch dazu sagen? Wird sie überhaupt etwas sagen ?

Im ORF soll sie erstmals zu den Gerüchten Stellung nehmen und die Fakten kommentieren. Wird es ein Klartext-Interview, gerade mit Blick auf den bevorstehenden Abschluss des Falles nach mehr als elf Jahren?

Bisher hatte sich die junge Frau eher ausweichend geäußert („Wenn es Mitwisser gibt, müssen sie gefunden werden. Aber ich kenne keinen“) und nur wenige Details aus ihrer Gefangenschaft preisgegeben. Räumt sie jetzt mit den Gerüchten auf?

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