Festnahmen: Tibeter greifen chinesische Polizeiwache an

Die chinesische Polizei hat hunderte tibetische Mönche festgenommen. Die Tibeter hatten zuvor einen Angriff auf eine chinesische Polizeiwache verübt, die in einem von vielen Tibetern bewohnten Gebiet im Nordwesten Chinas liegt. Fast hundert Mönche wurden festgenommen.

Wie die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, wurden bei den Ausschreitungen mehrere Menschen leicht verletzt. Hintergrund des Angriffs waren offenbar Gerüchte über die Festnahme eines Tibet-Aktivisten und sein anschließendes Verschwinden.

Wie die staatliche, chinesische Nachrichtenagentur Xinhua weiter berichtet, wurde die Polizeiwache in der Provinz Qinghai von mehreren hundert Menschen attackiert. Sechs Demonstranten wurden festgenommen, 89 stellten sich laut Xinhua selbst der Polizei. Bei den 95 Inhaftierten handelte es sich bis auf zwei Männer um Mönche aus dem nahe gelegenen Kloster Rabgya.

Wie Xinhua unter Berufung der Polizei und einen Augenzeugen berichtete, war zuvor ein mutmaßlicher Tibet-Aktivist festgenommen worden. Er sei aber am Samstag aus der Polizeiwache geflohen und durch den Gelben Fluss geschwommen. Wie eine Anwohnerin der Nachrichtenagentur AFP sagte, handelte es sich bei dem Mann um einen Mönch.  Die chinesischen Behörden behaupten weiter, er habe sich in dem Fluss das Leben genommen.

Der von der Regierung in Peking eingesetzte Panchen Lama, der zweitmächtigste tibetische Geistliche nach dem Dalai Lama, rief die Tibeter unterdessen dazu auf, die Kommunistische Partei zu unterstützen.

Die Lage in Tibet und in anderen tibetisch geprägten Gebieten Chinas ist derzeit angespannt. Am 10. März hatte sich die Niederschlagung des antichinesischen Aufstands in Tibet zum 50. Mal gejährt, in dessen Folge der Dalai Lama, das geistliche Oberhaupt der Tibeter, ins indische Exil geflohen war.

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