Flughafen München: Sprengstoff-Verdächtiger weiter flüchtig

Am Mittwochnachmittag sorgte ein verdächtiger Passagier auf dem Flughafen München für Chaos und massive Verspätungen. Er durchbrach eine Kontrolle als sein Laptop noch einmal geprüft werden sollte. Ein Scanner hatte wegen Sprengstoff angeschlagen.

Doch der Passagier schnappte sich das Gerät und rannte in den Wartesaal zu den bereitstehenden Flugzeugen. Trotz intensiver Suche konnte der Mann nicht mehr gefunden werden.

Sämtliche Passagiere mussten den Sicherheitsbereich wieder verlassen und wurden neu kontrolliert.

Die peinliche Sicherheitspanne im Terminal 2 sorgte für Unmut unter den Passagieren. Teilweise reagierten Personen auch geschockt über die Unfähigkeit des Flughafen-Personals.

Mehr als 10 000 abgefertigte Passagiere und die Mitarbeiter der Geschäfte müssen den Sicherheitsbereich verlassen und werden erneut kontrolliert. Einige müssen sogar aus bereits startbereiten Maschinen aussteigen.

Mehr als 100 Flüge verspäten sich, 33 fallen ganz aus. Tausende Passagiere warten auf weitere Infos, die jedoch nur spärlich kommen. Immerhin werden manche mit Essen und Getränken versorgt.

Die Bundespolizei durchsuchte das komplette Terminal 2, allerdings ohne Erfolg.

Dann wird der Mann, von dem es eine Videoaufzeichnung gibt, auf dem Lufthansa-Flug LH 4426 nach Madrid, Abflug um 14.55 Uhr ab Gate 42, vermutet. Ein Bild des Videos wird nach Spanien gemailt. Die dortige Polizei überprüft nach der Landung die Passagiere. Aber auch das bleibt ohne Ergebnis.

Schließlich wird die Sperrung der Ebenen 4 und 5 des Terminals 2 gegen 19.00 Uhr wieder aufgehoben. Der flüchtige Passagier und sein Laptop können aber nicht mehr gefunden werden.

Wie er entkommen konnte, ist unklar. Offen ist auch, ob der Computer überhaupt Sprengstoff enthielt.

„Das Sicherheitspersonal hat sich einen gravierenden Fehler geleistet“, kritisiert Peter Pletschacher vom Luftfahrt-Presse-Club. „Das hätte nicht passieren dürfen!“

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