Gammelfleisch: Bayerischer Metzger legt Geständnis ab

Seit Montag steht in Bayern der 56-jährige Metzger Konrad R. vor dem Landgericht Deggendorf. Er soll tonnenweise vergammelte und minderwertige Fleischware vertrieben haben.

Die Produkte seien zum Teil schon Jahre abgelaufen gewesen.

Der Verteidiger des Metzgermeisters verlas eine Erklärung, wonach alle Anklagepunkte zutreffend seien. Damit hat der Metzger ein Geständnis abgelegt, räumt seine Schuld vollumfänglich ein.

Die Staatsanwältin führte zu Beginn des Prozesses vor der Deggendorfer Wirtschaftsstrafkammer aus, dass Konrad R. beispielsweise verdorbenes Schweinefleisch unter frischeres Fleisch mischen ließ. In anderen Fällen wurden billigere Fleischprodukte statt der bestellten teureren Ware geliefert.

In einem besonderen Fall habe der Metzger reklamierte Ware erneut eingelagert und anderweitig weiter verkauft, obwohl der Abnehmer massive Qualitätsmängel angemeldet hatte und die Abnahme der Ware seinerseits verweigerte.

Nach Bekanntwerden des Skandals fanden die Behörden in den Lagerräumen des Mannes laut Staatsanwaltschaft Rehrücken, der angeblich noch zwei Jahre haltbar war, tatsächlich aber bereits ungenießbar war.

Der Metzgermeister aus Metten hatte Geschäftsbeziehungen zu einer Reihe von Unternehmen in ganz Deutschland und im Ausland. So soll er auch Betriebe in den Niederlanden, Österreich und Russland beliefert haben. Diese Firmen exportierten ihre Produkte dann bis nach Asien und Afrika.

Der Fall war 2006 bekannt geworden, für den Prozess sind zunächst zwei Verhandlungstage eingeplant. Den Mann erwarten möglicherweise eine zweijährige Bewährungsstrafe, eine Geldstrafe und ein bis 2011 dauerndes Berufsverbot.

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