Geiselnahme von Gladbeck: Hans-Jürgen Rösner wegen Heroin vor Gericht

Selbst im Gefängnis schafft es Hans-Jürgen Rösner auch noch kriminell zu werden. Jetzt steht er wegen Drogenbesitzes vor Gericht. In seiner Zelle hatte er seelenruhig sein Heroin portioniert.

Hans-Jürgen Rösner (52) gehört zu den Geisel-Gängstern von Gladbeck, des schwersten Geisel-Dramas das Deutschland bislang gesehen hat.

Bei einer Routine-Kontrolle Ende März flog er auf. Sieben Gramm Heroin hatte er in seiner Zelle.

Der Leiter der Justizvollzugsanstalt, Henning Köster, hatte berichtet: „Herr Rösner saß gemütlich an seinem Tisch und portionierte die Drogen.“

Auch ein Drogentest bei dem Häftling sei positiv ausgefallen. Ihm droht eine Verlängerung seiner Haft um mindestens ein Jahr, wie die Bochumer Staatsanwaltschaft im April erklärt hatte.

Hans-Jürgen Rösner und Dieter Degowski sind für die spektakulärste Geiselnahme der deutschen Kriminalgeschichte verantwortlich.

Am 16. August 1988 hatten die Kriminellen in Gladbeck eine Bank überfallen und Geiseln genommen. Millionen Fernsehzuschauer konnten die dreitägige Gangster-Jagd durch Deutschland und die Niederlande live am Bildschirm verfolgen. Zwei Geiseln überlebten die Gewalttat nicht.

Der heute 52-jährige Rösner kann frühestens am 27. Februar 2016 aus der Haft entlassen werden. Allerdings wurde vom damaligen Gericht eine Sicherungsverwahrung angeordnet.

Sollte Rösner jetzt wegen des Heroins in der Zelle erneut verurteilt werden, droht ihm eine Verlängerung seiner Haft um mindestens ein Jahr.

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