General Motors: Opel wird nicht verkauft !

Jetzt also doch nicht. Am Mittwoch wurde bekannt, dass der US-Autobauer General Motors seine deutsche Tochter Opel nun doch nicht verkaufen wollen, auch nicht an Magna.

Ganz offiziell wurde der beinahe schon perfekte Deal gekippt !

Die Belegschaften, deutsche Politiker und Beobachter sind überrascht. Magna zeigte sich ebenfalls überrumpelt von dem kurzfristigen Rückzieher.

Nun ist die Entwicklung in den deutschen Opel-Werken wieder völlig offen. Die Bundesregierung hat bereits gewährte Kredite sofort zur Rückzahlung fällig gestellt.

Der US-Mutterkonzern will das Europa-Geschäft rund um Opel nun offenbar selbst sanieren und unter anderem der deutschen Bundesregierung einen Plan dafür vorlegen. Die Kosten der Restrukturierung bezifferte GM-Chef Fritz Henderson auf drei Milliarden Euro.

Im September war man sich noch einig, dass mindestens 55 Prozent der Opel-Anteile an den österreichischen Autozulieferer Magna und dessen kanadischen Partner Sberbank verkauft würden.

Die EU-Kommission hatte Bedenken angemeldet und GM aufgefordert, die Entscheidung zu überdenken.

In dem monatelangen Bieterkampf um Opel hatten Bundesregierung und Opel-Betriebsrat stets einen Einstieg Magnas befürwortet. Sie bewerteten das Konzept des kanadisch-österreichischen Zulieferers als das einzig Tragfähige, um den angeschlagenen Autobauer in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.

Dafür erhielt Magna 4,45 Milliarden Euro Staatshilfen zugesagt. Der Betriebsrat von Opel will das Unternehmen unbedingt von GM trennen. Es wird befürchtet, dass GM einen radikalen Stellenabbau voran treiben wird. Schon jetzt kündigte die Arbeitnehmer-Seite massive Proteste an.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch (CDU) zeigte sich „sehr betroffen und zugleich verärgert“ über die Entscheidung des US-Autobauers. „Angesichts der negativen Erfahrungen der letzten Jahre mit der Unternehmenspolitik von GM mache ich mir große Sorgen um die Zukunft des Unternehmens und seiner Arbeitsplätze“, sagte Koch laut einer am Dienstagabend verbreiteten Stellungnahme.

Er erwarte, dass GM den Brückenkredit fristgemäß zum 30. November zurückzahle, „damit der deutsche Steuerzahler keinen Schaden nimmt“. Die Bundesregierung äußerte sich zunächst nicht.

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