Gerichtssaal-Mord an Marwa E.: Ist Alex W. schizophren ?

Im Prozess um den Gerichtssaal-Mord an der Ägypterin Marwa El-Sherbini musste jüngst noch einmal in die Beweisaufnahme eingetreten werden. Ein neues Dokument aus Russland war überraschend aufgetaucht.

Dieses Papier belegt offenbar, dass der Angeklagte Alex W. bei der russischen Generalstaatsanwaltschaft am 1. Juli 2000 wegen „differenzierter Schizophrenie“ für ein Jahr unter Beobachtung gestellt wurde.

Nachdem er aber nicht mehr bei einem Arzt erschienen sei, wurde die Beobachtung 2004 aufgehoben. Zwischen 1998 und 2001 sei der Mann nicht in stationärer Behandlung gewesen. Alex W. kam 2003 nach Deutschland.

Entgegen dem Dokument aus Russland hatte der psychiatrische Gutachter in Dresden dem Angeklagten in der vergangenen Woche die volle Schuldfähigkeit und damit psychische Gesundheit attestiert.

Nun müsse der Experte noch einmal angehört werden, so Richterin Brigit Wiegand. Außerdem forderte sie den Angeklagten auf, endlich sein Schweigen über seine Person zu brechen.

Der Russlanddeutsche Alex W. hatte die Ägypterin am 1. Juli 2009 mit mindestens 16 Messerstichen mitten in einem deutschen Gerichtssaal tödlich verletzt. Mitten in einer Berufungsverhandlung am Landgericht Dresden stürmte er auf die 31-Jährige zu. Ihr Ehemann wurde lebensgefährlich verletzt. In der Verhandlung ging es um Beleidigung. W. hatte die Ägypterin und Kopftuchträgerin auf einem Spielplatz beschimpft.

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