Golf von Mexico: Überlebende erzählt von Explosion

Die Explosion auf der BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko ist nun rund drei Wochen alt. Aus einem unterirdischen Leck strömt seither tonnenweise Rohöl ins Meer.

Eine 52-jährige Augenzeugin berichtet nun erstmals von der gewaltigen Explosion die die gigantische Ölpest verursachte.
Oleander Benton arbeitete als Köchin auf der Bohrinsel, saß gerade am Tisch und chattete mit einem Freund im Internet, als die Bohrinsel plötzlich zu beben begann. Alles zitterte. Schließlich folgte ein ohrenbetäubender Knall, Zischen, Benton wurde auf den Boden geschleudert.

Über ihr stürzten Teile der Decke ein, die Lampen zersprangen klirrend auf dem Boden. Wie ein Erdbeben überrollte die Druckwelle der Explosion alle Einrichtungen auf der Bohrinsel.

Eine Kollegin der Köchin wurde bei der massiven Erschütterung verletzt. Benton stand ihr bei. Im Dunkeln kämpfte sie sich zusammen mit ihrer verletzten Kollegin in den Flur. Dort trafen sie auf einen Mann, der in einer Staubwolke saß. Er schrie den Frauen zu, zu fliehen.

Benton folgte den Zeichen zu einem Notausgang, konnte sich bis auf Deck der Ölplattform hiefen. Dort herrschte bereits ein hektisches Chaos. Überall Trümmer. Immer wieder Feuerwalzen, Verletzte.

Viele Arbeiter überraschte die Explosion im Schlaf. Barfuß und halbnackt, liefen sie in orangefarbenen Rettungswesten an Deck herum, suchten in den Rettungsbooten Schutz vor den riesigen Feuerwalzen. Augenzeugen berichten, dass es auf der Bohrinsel zuging, wie auf einem Kriegsschauplatz.

Oleander Benton wurde in ein Rettungsboot gesetzt, gerettet, an ihrem 52. Geburtstag.

Sie und 114 weitere Menschen von der Bohrinsel überlebten die Katastrophe. Aber elf ihrer Kollegen starben in der Flammen-Hölle.

Die Bohrinsel versank schließlich im Meer, hinterließ ein Leck in der Bohrleitung, durch das täglich rund 800 000 Liter Rohöl ins Meer sprudeln.

Experten schätzen den Schaden auf bis zu 14 Milliarden Dollar, die Hälfte davon für die Reinigung verschmutzter Küsten und Meeresregionen. Hinzu kommen die Ausfälle in der Fischerei und im Tourismus.

BP erklärte bereits „alle nötigen und angemessenen Kosten für die Reinigung“ übernehmen zu wollen, zahlt jetzt bereits schon rund 4,5 Millionen Euro pro Tag für die Rettungsbemühungen.

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