Golf von Mexiko: Öl-Teppich wird angezündet

Um eine weitere Ausdehnung des Öl-Teppichs im Golf von Mexiko zu verhindern soll das Öl jetzt kontrolliert verbrannt werden. Die US-Küstenwache erwägt daher den Ölteppich anzuzünden.

Wie Sprecherin Mary Landry am Dienstag in New Orleans erklärte, seien die Versuche, die Lecks am Förderrohr der explodierten und gesunkenen Öl-Plattform abzudichten, zunächst ohne Erfolg verlaufen. „Wenn wir die Quelle nicht sichern, könnte dies zu einer der ernsthaftesten Ölverschmutzungen in der US-Geschichte werden“, sagte Landry.

Der Öl-Teppich hat sich bereits auf 30 Kilometern der US-Küste genähert. Jetzt droht er das ökologisch wertvolle Gebiet des Mississippi-Flussdeltas zu verseuchen.

Der Ölfilm, der nach dem Sinken der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko treibt, hat sich nach Angaben der Küstenwache flächenmäßig verdreifacht. Streckenweise habe er bereits eine Länge von rund 120 Kilometern, an einigen Stellen sei er mehr als 70 Kilometer breit. Allerdings sei es kein dickflüssiger Ölteppich, sondern eher ein dünnes Wasser-Öl-Gemisch.

Vor rund einer Woche war die Bohr-Insel „Deepwater Horizon“ explodiert und gesunken. Elf Menschen wurden dabei getötet, zahlreiche Personen verletzt. Insgesamt konnten 115 Menschen von der Ölplattform gerettet werden. Zwei Tage nach dem Unglück versank die Ölplattform im Meer. Zunächst schien die Gefahr einer Ölpest gebannt, doch dann entdeckte man ein Leck unter Wasser. Täglich sprudeln jetzt rund 140 Tonnen Rohöl in rund 1500 Metern Tiefe ins Meer.

Experten des Ölkonzerns BP versuchten weiterhin, die zwei Lecks mit Mini-Robotern am Förderrohr abzudichten.

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