Günther-Jauch-Gewinner: Pfarrer der Unterschlagung verdächtigt

Vor sieben Jahren gewann Pfarrer Rudolf Eichhammer (65) bei Günther Jauch „Wer wird Millionär ?“ satte 125 000 Euro. Heute steht der Pfarrer im Verdacht der Unterschlagung von Spendengeldern.

Damals, als der humorige Pfarrer aus Bayern vor der Kameras nett verkündete, dass er seinen Gewinn in die Renovierung seiner Kirche in Töging (Kreis Altötting) fließen lassen wollte, hatte Rudolf Eichhammer alle Sympathien auf seiner Seite. Heute sieht das anders aus. Heute soll er ein schwarzes Schaf sein.

Es geht um 40 000 Euro, die treue Gläubige für einen guten Zweck gespendet haben.

Nach einer Caritas-Spendenaktion hatte Eichhammer das Sammelergebnis bekannt gegeben: Keine 2000 Euro sollten es gewesen sein. Dumm nur, dass sich darauf eine verwunderte Spenderin beim Pfarramt meldete.

Sie allein habe doch schon einen Umschlag mit 2000 Euro abgegeben. Das Spendenergebnis könne also nicht korrekt sein. Das rief die Stiftungsaufsicht der Pfarrei, eine Art kirchliche Innenrevision, auf den Plan. Die durchleuchtete den Umgang der Pfarrei mit den Spenden.

Das Ergebnis: Es wurden 40 000 Euro unterschlagen. Der Pfarrer wurde sofort per Dekret von der Vermögensverwaltung entbunden.

Und seit Anfang des Jahres ist Eichhammer auch seine Pfarrei in Töging los, erfüllt nun in der St.-Martin-Gemeinde in Landshut seelsorgerische Hilfsdienste – „ohne administrative Verantwortung“, wie Kellner betont. Man habe sich einvernehmlich darauf geeinigt.

Bei allem Unrecht – es ist auch ein tragischer Fall. Kellner: „Er hat sich nicht persönlich bereichert. Er hat uns versichert, dass sein Gewinn komplett und die danach veruntreuten Spendengelder an eine Person gingen, die sich als Unfallopfer an ihn gewandt hatte. Jetzt sorgen wir dafür, dass er das Geld wieder zurück zahlt.“

Dafür sei ein Tilgungsplan ausgearbeitet worden. „Bis Ende letzten Jahres flossen 16.000 € zurück. Dafür hat er eine private Versicherung aufgelöst.“

Der gefallene Pfarrer – er macht den Schaden wieder gut, und er bereut, so Bernhard Kellner. Einem Strafverfahren muss sich der Pfarrer aber sehr wahrscheinlich trotzdem noch stellen. Ermittlungen laufen.

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