Hitler-Attentat: Frank L. zu 900 Euro Strafe verurteilt

Der ehemalige Polizist Frank L. aus Berlin-Kreuzberg riss dem Berliner Wachs-Hitler nur 3 Minuten nach Eröffnung der umstrittenen Ausstellung bei „Madame Tussauds“ den Kopf ab. Jetzt muss er für seine Tat 900 Euro Strafe zahlen.

Der Hartz IV Empfänger hatte gegen einen Strafbefehl Einspruch eingelegt, so dass es nun zu einer Verhandlung der Angelegenheit kam.

Die Justiz hatte zunächst mit einem Strafbefehl über 1800 Euro auf die Tat reagiert. Der Prozess wurde notwendig, weil sich der Hartz-IV-Empfänger weigerte, das geforderte Geld zu überweisen!

Er empfand die Strafe als nicht gerecht.

Vor dem Amtsgericht erklärte Frank L. erneut seine Beweggründe für das Hitler-Attentat. Er habe gegen das kommerzielle Interesse der Ausstellung „Madame Tussauds“ protestieren wollen. Die Aussteller hätten sich von dem „Dämon Hitler“ Profit erhofft. Die Aktion sei „nötig gewesen“.

Seinen Angaben nach war die Tat eine Art Mutprobe, um vor seinen Bekannten „nicht das Gesicht zu verlieren“. Sie alle hätten die Aufstellung der Hitler-Puppe als „völlig unangemessen“ empfunden.

Das Gericht konnte der Begründung nicht folgen. Frank L. wurde der Sachbeschädigung schuldig gesprochen und muss jetzt 900 Euro Strafe zahlen.

Außer auf Sachbeschädigung lautete die Anklage auch auf Körperverletzung, weil ein Wachmann leichte Verletzungen erlitten hatte, als er Frank L. damals gemeinsam mit einem Kollegen überwältigte. Den Schaden an der Wachsfigur beziffert die Anklage auf exakt 6325 Euro.

Die Aussteller wollen den Schaden von Frank L. einklagen.

Die Präsentation der Hitler-Figur hatte schon vor der Eröffnung für Diskussionen gesorgt. Trotz Kritik wurde die rund 200 000 Euro teure Wachsfigur restauriert und ist seit September 2008 wieder bei „Madame Tussauds“ zu besichtigen.

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