Holzklotz-Mörder von Oldenburg: Nikolai H. windet sich raus

Er hatte zunächst im Verhör bei der Polizei gestanden, einen mehrere Kilo schweren Holzklotz Ostern 2008 von einer Autobahnbrücke bei Oldenburg geworfen zu haben. Doch jetzt will Nikolai H. nichts mehr mit dem Verbrechen zu tun haben.

Die Beweise im Prozess gegen den mutmaßlichen Holzklotz-Mörder von Oldenburg sind gering.

Hinter Panzerglas wurde Nikolai H. am Dienstag in den Gerichtssaal geführt.

Überraschend wurden in den Prozess dann brisante Briefe des Angeklagten eingebracht. Darin behauptet der angeklagte Nikolai H. (31): „Ich habe nichts auf die Autobahn geworfen.“ Sein Geständnis habe er sich nur ausgedacht!

Bei dem Anschlag vor einem Jahr kam die zweifache Mutter Olga K. († 33) ums Leben, als ein von der Brücke geschmissener Holzklotz die Windschutzscheibe durchschlug.

Vor Gericht hat Nikolai H. bislang nur geschwiegen. Am Dienstag veröffentlichte sein Anwalt dann die Jammerbriefe, in denen der heroinabhängige Deutsch-Kasache der Polizei sogar „Foltermethoden“ vorwirft!

Dort steht unter anderem:„Ich habe die Bullen angelogen und nun hält das Gericht die Falschaussage für die Wahrheit. … Die Polizisten haben mir nach der Festnahme gedroht, ‚wir sperren dich bis zum Abend in den Keller … Da es mir doch schon so schlecht ging, habe ich mich entschlossen, mit der Polizei zusammenzuarbeiten und ein Geständnis abzulegen. Ich unterschrieb alles, was sie mir hinlegten.“

Rechtsanwalt Koch ergänzte: „Mein Mandant wollte sich nur wichtig machen und hat deshalb gelogen.“

Der wichtigste Beweis im Prozess gegen Nikolai H., sein Geständnis, ist wiederrufen worden.

Ein Gutachter, der gestern vor Gericht aussagte, zweifelte an den neuen Aussagen des mutmaßlichen Killers. Der Berliner Psychologe Max Steller: „Es spricht nichts gegen die Richtigkeit des Geständnisses“, sagte er vor dem Landgericht Oldenburg. „Er schilderte Szenen, die er erlebt haben muss.“ Der Prozess wird Mittwoch fortgesetzt.

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