Juwelenraub über 50 Millionen: Gentleman-Gangster schocken Großbritannien

Sie kamen im feinen Anzug mit Krawatte, ohne Maske. Die Gentleman-Gangster haben in Großbritannien den größten Coup der Kriminalgeschichte hingelegt, ein Juwelenraub in Höhe von rund 50 Millionen.

Gegen 16.20 setzte ein Taxi die zwei Männer vor dem Juwelier „Graff“ im Londoner Nobel-Stadtviertel Mayfair ab.

Sie spazierten völlig gelassen in das Geschäft, ihre Hände steckten lässig in den Hosentaschen.

Im Geschäft dachte man, es kämen wohlhabende Kunden.

Doch dann zogen die beiden Räuber plötzlich Schusswaffen, bedrohten die Angestellten und sackten teure Ringe, Ketten, Armbänder und Uhren ein. Darunter viele Diamanten.

Schließlich nahmen sie eine Angestellte als Geisel mit nach draußen, um ungehindert ein geparktes Fluchtauto besteigen zu können. Es kam zu einem Schuss.

Auf ihrer Flucht benutzten die Männer – beide sprachen mit Londoner Akzent – mindestens drei Autos.

Als sie nach ein paar Straßen vom ersten in das zweite Fahrzeug wechselten, feuerten die etwa Mitte 30 Jahre alten Männer einen zweiten Schuss Richtung Boden ab.

Im Londoner Verkehrsgewirr entkam das Gangster-Paar spielend.

Chefermittlerin Pam Mace nannte die beiden Verbrecher „extrem gefährlich“.

Die Polizei veröffentliche Bilder der Überwachungskamera des Juweliergeschäfts, auf denen die beiden Männer gut zu erkennen sind.

Außerdem wurden Fotos eines Teils der Beute veröffentlicht. Und Ermittlerin Mace gab sich zuversichtlich, die Räuber dingfest zumachen – offenbar gibt es Hinweise.

„Jemand weiß, wer die Männer sind. Sie haben zweifellos über ihren Plan gesprochen oder später damit geprahlt“, deutete sie an.

Schon einmal wurde der Juwelier „Gaff“ Opfer eines spektakulären Überfalls im Jahr 2003. Der Laden wirbt mit dem Spruch „Die wunderbarsten Juwelen der Welt“. Allerdings macht er jetzt eher mit den größten Raubzügen Schlagzeilen.

Der Coup ereignete sich bereits am vergangenen Donnerstag. Jetzt wurde die Höhe des Schadens bekannt gegeben.

Nur bei einem Überfall auf das Gelddepot einer Sicherheitsfirma im Jahr 2006 in der Grafschaft Kent hatten Gangster mit 53 Millionen Pfund eine noch höhere Beute erzielt.

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