Käufliche Titel: 100 Professoren unter Korruptionsverdacht

Bislang durften sich deutsche Professoren einer weitgehendst weißen Weste rühmen. Damit ist jetzt Schluss. Schwere Vorwürfe erschüttern die Lehrstühle.

Gegen fast 100 Hochschullehrer aus dem gesamten Bundesgebiet wird wegen Bestechlichkeit ermittelt.

Angeblich sollen sich die Professoren bei der Vergabe von Dr.-Titeln mit Geld bestechen lassen.

Zwsichen 4000 und 20 000 Euro wurde laut Verdacht pro Doktortitel gezahlt.

Die meisten Verdächtigen seien Aushilfsprofessoren oder Privatdozenten, sagte Behörden-Sprecherin Carolin Breloer.

Wie die in Bielefeld erscheinende „Neue Westfälische“ unter Berufung auf den Kölner Oberstaatsanwalt Günther Feld berichtet, sollen die Beschuldigten Schmiergelder von einer Wissenschafts-Beratungsfirma aus Bergisch Gladbach dafür erhalten haben, dass sie Doktoranden, die zum Teil ungeeignet waren, zu Promotionen verhalfen.

Die Wissenschaftsberatungs-Firma wurde bereits im März durchsucht: Dabei hätten die Fahnder offenbar verbotene Zuwendungen an bis zu 100 Professoren festgestellt, schreibt das Blatt weiter.

Der Geschäftsführer des Instituts wurde im vergangenen Juli wegen Bestechung zu dreieinhalb Jahren Haft und einer Geldstrafe von 75 000 Euro verurteilt. Er hatte in 61 Fällen promotionswilligen Kandidaten einen Jura-Professor der Universität Hannover vermittelt. Dem Professor wurden Honorare gezahlt.

Der bundesweite Betrug betrifft offenbar viele renommierte Universitäten – laut dem Nachrichtenmagazin „Focus“ sind Honorarprofessoren aus allen Fachbereichen betroffen, von Medizin über Jura bis hin zu Wirtschafts- und Ingenieurswissenschaften.

Im Mittelpunkt der Ermittlungen stehen laut einem Kölner Korruptions-Ermittler unter anderem Hochschulen in Frankfurt, Tübingen, Leipzig, Rostock, Jena, Bayreuth, Ingolstadt, Hamburg, Hannover, Bielefeld, Hagen, Köln und die Freie Universität Berlin.

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