Katholische Kirche: Neuer Holocaust-Skandal

Schon wieder hat sich ein Bischof der katholischen Kirche bei der Behandlung des Holocausts in Ton vergriffen. Ein brasilianischer Erzbischof sorgt, nach dem britischen Bischof Richard Williamson, jetzt für einen neuen Holocaust-Skandal in der katholischen Kirche.

„Die Juden reden über etwa sechs Millionen Tote. Aber wie viele Katholiken wurden Opfer des Holocausts? Es waren insgesamt 22 Millionen“, sagte Erzbischof Dadeus Grings aus dem südbrasilianischen Porto Alegre dem Werbefachblatt „Press & Advertising“.

Weiter führte er aus, dass „während die Juden behaupten, die Hauptopfer des Holocausts zu sein, waren die größten Opfer doch die Zigeuner, weil sie ausgerottet wurden“.

Die jüdische Gemeinde des Staates Rio Grande do Sul beschuldigte den Erzbischof, nicht zum ersten Mal den Holocaust verzerrt dargestellt zu haben.

Zuletzt hatte der britische Bischof Richard Williamson mit Äußerungen zum Holocaust in der katholischen Kirche für eine schwer Krise gesorgt.

Papst Benedikt XVI. hob damals in einer höchst umstrittenen Entscheidung die Exkommunizierung von Williamson und drei anderen Bischöfen der erzkonservativen Pius-Bruderschaft auf. Williamson hatte zuvor in einem Interview gesagt, er denke, dass „200.000 bis 300.000 Juden in den Konzentrationslagern gestorben“ seien, aber „nicht ein einziger von ihnen in Gaskammern“.

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