Keine Auslieferung in die USA: Schweiz lässt Roman Polanski laufen

Erfolgs-Regisseur Roman Polanski ist frei. Die Schweiz hat sich gegen eine Auslieferung in die USA entschieden und den Hausarrest aufgehoben. Roman Polanski kann sich damit seit Montag 11.30 Uhr wieder frei bewegen.

Ganz offiziell wurde der Auslieferungsantrag der USA von der schweizerischen Regierung abgelehnt.

Zur Begründung gab das Justizministerium der Schweiz an, dass ein Mangel im Auslieferungsverfahren der USA nicht ausgeschlossen werden könne.

Der Regisseur war am 26. September 2009 am Flughafen in Zürich verhaftet worden, saß zwei Monate in Auslieferungshaft. Schließlich wurde ihm Ende November erlaubt, das Gefängnis zu verlassen. Polanski stand aber ab sofort unter Hausarrest in seiner Millionen-Villa im schweizerischen Gstaad. Per Fußfessel wurde jede seiner Bewegungen überwacht.

Der Grund für die Verhaftung liegt über 30 Jahre zurück: Polanski soll 1977 in den USA ein 13-jähriges Mädchen missbraucht haben. Er erreichte damals eine Vereinbarung im US-Strafprozess, bekannte sich schuldig. Als der Richter jedoch sagte, er würde die Vereinbarung nicht einhalten, floh Polanski aus Amerika nach Frankreich und kehrte niemals zurück. Auch nicht, als ihm der Oscar verliehen wurde. Immer noch droht ihm in den USA ein Haftstrafe. Seine Tat verjährt nicht.

Schließlich forderten die USA seine Auslieferung von allen Staaten, die entsprechende Abkommen mit den USA haben. Als Polanski schließlich über einen schweizerischen Flughafen reisen wollte, klickten die Handschellen. Ob das Verfahren – das Opfer hat Polanski zwischenzeitlich verziehen – nun jemals noch einmal aufgerollt wird, ist unklar. Große Chancen hat der us-amerikanische Staatsanwalt jetzt wohl nicht mehr, Polanski habhaft zu werden, außer dieser reist tatsächlich einmal in die USA ein.

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