Kindsmörder Gäfgen: Deutschland wegen Folter verurteilt

Jetzt ist Deutschland ganz offiziell ein Folter-Staat ! Der europäische Gerichtshof für Menschenrechte verurteilte Deutschland wegen Verletzung des Folterverbots und forderte die Bundesrepublik auf das Schmerzensgeldverfahren mit Kindsmörder Magnus Gäfgen (35) großzügig zu beenden.

Kindsmörder Magnus Gäfgen ist zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch während der Ermittlungen im Fall um den entführten Bankierssohn Jakob von Metzler im September 2002 wurde er nun ganz offiziell zum Folter-Opfer. Dafür muss der Mörder jetzt entschädigt werden.

ABER: einen neuen Mordprozess, bei dem Gäfgen auf ein milderes Urteil hoffen könnte, wird es nicht geben. Das abgeschlossene Verfahren „muss im Ganzen als fair betrachtet werden“. Die „unmenschliche Behandlung“ habe keinen Einfluss auf Urteil und Strafmaß gehabt, so die Richter.

Experten erwarten nun, dass Gäfgen ein Schmerzensgeld von mindesten 10 000 Euro erhalten wird. In vergleichbaren Fällen seien bis zu 40 000 Euro gezahlt worden.

Hans Hermann Reschke, ein Vertrauter der Familie von Metzler erklärte: „Wir sind sehr erleichtert, dass es nicht zu einer neuen Verhandlung kommt. Der Rest ist für uns nicht so wichtig.“

Der ehemalige Polizist Wolfgang Daschner lebt heute als Pensionär in Taunusstein (Hessen). Er hat alle Kontakte zu früheren Kollegen abgebrochen. Jakob von Metzler wäre heute 19 Jahre alt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.