Kirchen-Skandal: Pax-Bank investierte in Anti-Baby-Pille

Die Kirche predigt gegen die Abtreibung und gegen chemische Verhütungsmittel, doch zum Geldverdienen sind diese Produkte offenbar doch recht und billig. Die katholische Pax-Bank, die für ihre Kunden normaler Weise mit ethisch korrekten Produkten bürgt, investierte jüngst in – aus katholischer Sicht – zweifelhafte Produkte.

Produkte denen die christliche Ethik entgegen spricht sind unter anderem Verhütungsmittel-, Rüstungs- und Tabakkonzerne.

So hat die Bank, die seit 2001 auch eine Repräsentanz in der Nähe des Vatikans unterhält, laut „Spiegel“ im März umgerechnet 158.867 Euro in Wertpapiere des US-Pharma- und Anti-Baby-Pillen-Produzenten Wyeth angelegt.

Und das, obwohl die katholische Kirche – allen voran Papst Benedikt XVI. – die künstliche Empfängnisverhütung strikt ablehnt und öffentlich geißelt.

Außerdem hat der von der Bank mit aufgelegte Fonds 577.970 Euro in den Rüstungsriesen BAE Systems investiert, der seine Geschäfte mit der Produktion von Atom-U-Booten, Raketensystemen und Kampfflugzeugen macht.

Zusätzlich hat die Bank, deren Aufsichtsratschef der Kölner Dompropst Norbert Feldhoff ist, Aktien der Tabakkonzerne British American Tobacco und Imperial Tobacco für 870.950 Euro gehalten.

Die Gewinne, die aus diesen Anlagen erwirtschaftet wurden, sind freudig entgegen genommen worden.

Eigentlich gilt aber bei der Pax-Bank: „Nicht nur die Rendite einer Anlage ist entscheidend. Viele Anleger wollen sicherstellen, dass nicht nur rein wirtschaftliche Gesichtspunkte ausschlaggebend sind…“

Jetzt hat die Bank ihre zweifelhaften Investitionen eingeräumt und will ihre Sünden unmittelbar wieder ausbügeln.

„Wir bedauern das und werden den Fehler sofort am Montag korrigieren, ohne dass Kunden ein Nachteil entsteht“, versprach Vorstandschef Christoph Berndorff. Das operative Geschäft tätige die Union Investment. „Aber auch unserer eigenen Kontrolle ist das durchgerutscht, das tut uns leid.“

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