Klassenfahrt in die Türkei: Schüler starb mit mehr als 7 Promille

7,7 Promille Alkohol hatte Rafael N. († 21) im Blut, als er während einer Klassenfahrt in die Türkei ins Koma fiel und starb. Wie es zu der extrem hohen Promille-Zahl kommen konnte, ist bislang noch unklar.

Für Realschüler Rafael N. († 21) endete ein Saufgelage im türkischen Kemer tödlich. Zwei seiner Klassenkameraden schweben noch immer in Lebensgefahr, wurden von Ärzten ins künstliche Koma versetzt.

Auch die beiden überlebenden Mitschüler hatten einen Promillewert über 7.

Insgesamt sechs Lübecker Schüler liegen noch im Krankenhaus in Antalya. Jean Pierre F. (18, Koma) soll laut türkischen Medien bei seiner Einlieferung 7,7 Promille im Blut gehabt haben, sein Mitschüler Jan L. (20, ebenfalls Koma) hatte einen ähnlichen Wert!

Bereits zwei Tage vor dem Alkohol-Drama hatte der begleitende Klassenlehrer ein Alkoholverbot für die Jugendlichen ausgesprochen und die Hotelleitung gebeten an die jungen Gäste keinen Alkohol mehr auszuschenken.

Offenbar umgingen die Jungs das Verbot, indem sie in einem 200 Meter entfernten Kiosk einkauften, der 24 Stunden lang geöffnet hat. Der Verkäufer erinnert sich: „Sie waren da, haben Wodka, Raki, Bier und Chips gekauft.“ Der Verkäufer beteuert keinen gepanschten Alkohol in seinem Sortiment zu haben.

Doch der hohe Promillewert der Opfer spricht für gepanschte Spirituosen.

Privatdozent Dr. Siegbert Faiss (44), Chefarzt an der Asklepios-Klinik Hamburg-Barmbek: „Alles über fünf Promille kann tödlich sein. Dass diese jungen Männer einen Wert von über 7 Promille überlebt haben, ist wirklich erstaunlich.“

Kirstin Lenßen (38), Oberärztin für Innere Medizin am Unfallkrankenhaus Berlin ergänzt: „Hier tritt ein komaartiger Zustand ein, bei dem die Patienten nicht mehr richtig atmen können. Es kann auch Flüssigkeit in die Lunge laufen. Diese Fälle haben meist schwere organische Schäden zur Folge.“

In den Hotelzimmern der Jugendlichen wurde eine Flasche sichergestellt. Diese soll nun gerichtsmedizinisch untersucht werden.

Vier Schüler, die nicht mitgetrunken hatten, reisten am Sonnabend zurück nach Lübeck. Sie müssen die nächsten Tage nicht am Unterricht teilnehmen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.