Köln: U-Bahn-Totschläger abgeschoben

Inan D. (33) prügelte vor 11 Jahren den Studenten Sascha K. (†26) an der Kölner U-Bahn Haltestelle Lohsestraße in den Tod. Jetzt wurde er in die Türkei abgeschoben.

Das Verbrechen: Am 25. Mai 1998 befand sich Sascha K mit seiner schwangeren Freundin auf dem Heimweg von einer Beratungsstelle für werdende Eltern. Die junge Frau war damals im dritten Monat schwanger.

Sascha hatte sein Fahhrad dabei. Mit dem Hinterrad streifte er versehentlich Inan D.’s Jacke  – der rastete aus. Wie von Sinnen prügelte Inan D. auf den Studenten ein, folgte ihm auf den Bahnsteig der Lohsestraße.

Sascha K. stürzte von den wuchtigen Schlagen und rutschte zwischen den ersten und zweiten Waggon der Bahn. Diese fuhr an und schleifte K. mit. Er starb noch auf dem Bahnsteig.

Inan D., in Deutschland geboren, wurde zu sechs Jahren Haft verurteilt. Da er aber die türkische Staatsbürgerschaft besitzt wurde er jetzt nach zahlreichen Gerichts-Instanzen abgeschoben.

Ausländer können abgeschoben werden, wenn sie mindestens zweieinhalb Jahre Haft bekommen.

„D. hat jahrelang gegen alle entsprechenden Verfügungen geklagt“, erklärt Ordnungsamtschef Robert Kilp gegenüber dem EXPRESS.

Obwohl Inan D. zwischenzeitlich als NRW-Vizemeister in einem Kölner Boxstall Karriere gemacht hatte, in der Türkei keine Verwandten hat und kein Türkisch spricht, seine Sozialprognose in Deutschland günstig war, wurde er abgeschoben.

Letzten Dienstag wurde D. in ein Flugzeug nach Istanbul gesetzt. Die Richter hatten dem Abschiebe-Ansinnen der Stadt immer wieder recht gegeben.

„Inan hat seine Strafe verbüßt, ist nie wieder straffällig geworden“, sagt D.’s Trainer Rolf Worthoff. „Er hatte einen festen Job, hat sich sozial engagiert und sich selbst anderen Jugendlichen als abschreckendes Beispiel präsentiert. Er hat keine Verwandten in der Türkei und spricht kaum Türkisch. Seine Heimat ist Köln. Diese Abschiebung ist mir unbegreiflich.“

„Wir sind erleichtert über diese Nachricht“, sagen hingegen Saschas Eltern Helga und Rudi K. „Allein der Gedanke, D. in der Stadt zu begegnen, war unerträglich. Unsere Enkelin hat uns über den Schmerz hinweggeholfen.“ Sascha K.’s Tochter ist heute zehn Jahre alt. Sie durfte ihren Vater nie kennen lernen.

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