Krefeld: Gülsüm-Ehrenmord offenbart Abgründe

Der Ehrenmord in Krefeld an der jungen Kurdin Gülsüm S. (20) offenbart weitere Abgründe in der Familie der jungen Kurdin. Jetzt wurde der mysteriöse Selbstmord der Mutter und Ehefrau von Yussuf S. (52) erneut aufgerollt. Möglicher Weise beging die 1996 verstorbene Ehefrau gar nicht Selbstmord, sondern wurde ebenfalls durch ihre Familie umgebracht.

1996 starb Gülsüms Mutter unter höchst mysteriösen Umständen, berichtet die „Rheinische Post“.
Ihr eigener Ehemann könnte ihre Mörder sein, Yussuf S.

Den Mord an seiner Tochter soll er befohlen haben. Am Tatabend sorgte er dafür, dass Gülsüm allein zu Hause war. Bruder Davut konnte sie ungestört in sein Auto locken.

Die junge Frau sollte sterben, denn sie war schwanger geworden von einem Mann, den sie heimlich liebte – und hatte das Kind abgetrieben. Sie tat es aus nackter Angst vor ihrer Familie: Auf dem Papier hatte sie einen Ehemann in der Türkei. Eine Zwangsehe.

Am Abend des 2. März steigt Gülsüm ahnungslos in das Auto ihres Bruders Davut. Mit dabei: ein 32-jähriger russischer Freund. Die Männer fahren mit Gülsüm zu einem Feldweg. Angeblich ist dort ihr vor einiger Zeit verschwundenes Fahrrad gesehen worden.

Als Gülsüm aussteigt und mit einer Taschenlampe in einen Graben leuchtet, legt ihr Davut eine Wäscheleine um den Hals, drosselt seine Schwester bis zur Bewusstlosigkeit. Danach zerschlägt er fünf dicke Äste auf ihrem Kopf, zertrümmert ihr Gesicht bis zur Unkenntlichkeit. „Mehr, als es für einen Mord nötig gewesen wäre“, so Gerhard Hoppmann von der Mordkommission. „Ein Zeichen dafür, dass Schande getilgt werden sollte.“

Vor 13 Jahren kam ihre Mutter auf seltsame Weise ums Leben. Passanten fanden die Leiche im Teich eines Krankenhauses. Die Frau war zum damaligen Zeitpunkt an Krebs erkrankt und seelisch nicht sehr stabil. Sie soll sich, so erklärte die Polizei damals, ertränkt haben.

Rätselhaft in diesem Zusammenhang: Einen Tag bevor die Leiche der Kurdin entdeckt wurde, war ihr Ehemann morgens im Einwohnermeldeamt von Rees erschienen und hatte erklärt, seine Frau sei im Krankenhaus gestorben, berichtet die „Rheinische Post“.

Wie konnte der Ehemann den Tod seiner Frau melden, wenn sie sich doch erst in der folgenden Nacht umgebracht haben soll, fragt sich die Zeitung und titelt: „Gülsüms Mutter ermordet?“

Die Polizei hat den Fall um den Tod der Mutter nun erneut aufgerollt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.