Loveparade-Unglück: Rainer Schaller gibt Polizei die Schuld

Auf der Suche nach den Ursachen für das dramatische Todes-Szenario auf der Loveparade 2010 in Duisburg hat sich nach dem Duisburger Oberbürgermeister Adolf Sauerland, jetzt auch Lopavent-GmbH-Chef und Loveparade-Organisator Rainer Schaller zur Sache geäußert.

Schaller gibt der Polizei die Schuld an der Katastrophe. Die Behörde habe eine fragliche Anweisung gegeben, die zu der Massenpanik geführt haben könnte.

Schaller erklärte am Montagabend: „Die Einsatzleitung der Polizei hat die Anweisung gegeben, alle Schleusen vor dem westlichen Tunneleingang an der Düsseldorfer Straße zu öffnen“ so der 41-jährige Event-Manager und Fitness-Ketten-Betreiber.

Zuvor hätten die Veranstalter 10 der 16 Schleusen geschlossen gehalten, weil bereits eine Überfüllung des Tunnels drohte. Dann aber sei der Hauptstrom der Besucher wegen der Polizeianweisung unkontrolliert in den Tunnel geströmt. Warum die Polizei diese Anweisung gegeben habe, wisse er nicht, sagte Schaller.

„Für den Fall der Überfüllung sollten die Schleusen geschlossen werden.“

Von Gerüchten, aus Proftigier habe man die Sicherheit vernachlässig, will Schaller nichts hören. „Wir haben nie Druck auf eine Herabsetzung der Sicherheit ausgeübt. Nach derzeitigem Stand haben wir sämtliche Auflagen erfüllt. Das gesamte Konzept war in jedem Punkt in wöchentlichen Sitzungen mit Polizei, Feuerwehr und Stadt abgestimmt“, sagte der 41-Jährige. „Wir haben niemals an der Loveparade Geld verdient – das war auch nicht unser Ziel“, erklärt ein sichtlich mitgenommener Schaller. Bislang war er der „Mr. Loveparade“. Jetzt ist sein liebstes Projekt tot.

Schaller erklärt an Beispielen, dass man ganz und gar nicht mit wirtschaftlichen Argumenten organisiert habe, sondern sich nach den Wünschen der Behörden gerichtet habe. So sei die Einzäunung des Geländes von den Behörden aus Sicherheitsgründen verlangt worden, nicht etwa um den Getränkeverkauf in eigener Hand zu behalten. „Wir haben ungern eingezäunt.“ Alle Einzelheiten seien „von den Behörden abgenickt oder vorgegeben worden“.

Warum war der Tunnel aber der einzige Zugang zum Festival-Gelände ? Schaller erklärt: „Alle Behörden haben die Eingangssituation abgenickt, sonst hätten wir das nicht gemacht.“ Der Tunnel sei als einziger Zugang „extrem intensiv geprüft und die Genehmigung erteilt worden“.

Warum sich die Menschenmassen ausgerechnet hier schließlich so massiv stauten, sei Schaller nicht klar. Die Auswertung des Videomaterials und die Rücksprache mit den 2000 Mitarbeitern der Großveranstaltung laufe auf Hochtouren. An einer Überfüllung des Geländes habe es jedenfalls nicht gelegen, das lasse sich beweisen: „Das Gelände war zu dem Zeitpunkt zu 75 Prozent ausgelastet. Es waren etwa 187.000 auf dem Gelände.“

Schaller will die Verantwortung für die Loveparade nicht von sich weisen. Er bekundet seine tiefe Trauer über den Ausgang der einst so fröhlichen Party „Loveparade“.

Schaller wörtlich: „Als Veranstalter haben wir eine große Verantwortung und es tut mir unglaublich leid. Ich bin erschüttert und fassungslos.“

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