Massenpanik auf Loveparade: Todesangst versus Vorschrift !

Die Loveparade am Samstag in Duisburg führte in eine gigantische Katastrophe. Mindestens 19 Personen kamen ums Leben, rund 340 wurden teils schwer verletzt. Bei einer Massenpanik wurden Menschen tot getrampelt, einfach über den Haufen gerannt.

Nach ersten Angaben von Augenzeugen und Ordnern, standen offenbar Vorschriften gegen die Todesangst unter den Gästen. Die Katastrophe bahnte sich ihren Weg.

Satte 1,4 Millionen Techno-Raver waren am Wochenende nach Duisburg gereist, um dort den Geburtstag von Dr. Motto zu feiern, so wie jedes Jahr auf der Loveparade, die ursprünglich aus Berlin stammt.

Als sich Tausende durch einen Tunnel zur Veranstaltung zwängen, kommt es zur Massenpanik. Von der einen Seite wollen tausende Personen das längst überfüllte Gelände wieder verlassen, während auf der anderen Seite noch mehr Massen auf das Party-Gelände drängen. Die Menschen in der Mitte, im Tunnel werden einfach zu Tode gequetscht.

Ordner berichten, sie durften weiter Tore nicht öffnen, laut Vorschrift.

Panisch versuchen sich manche Gäste über eine schmale Nottreppe, über Lautsprechergerüste und Mauer zu retten. Einige stürzen ab. Die herabfallenden Körper sorgen zusätzlich für Panik.

Ein Ordner: „Schon als der Druck der Masse größer wurde, hätten wir die Tore aufmachen müssen, doch wir durften nicht. Nach der Massenpanik lagen teilweise sechs bis sieben Menschen übereinander.“

Besonders pikant: Offenbar gab es bereits im Vorfeld massive Kritik an Standort und Zugang der Loveparad 2010. So war vorher bekannt, dass das geplante Gelände des Alten Güterbahnhofs für höchstens 500 000 Besucher ausreichen würde.

Doch schon im vergangenen Jahr kamen mehr als 1 Million Party-Gäste zur Loveparade. In diesem Jahr sind es rund 1,4 Millionen gewesen, heißt es.

Im Internetforum des Nachrichtenportals „Der Westen“ beschwerten sich User schon am 20. Juli: „Wer Duisburg kennt, der weiß, dass es das totale Chaos geben wird“, schrieb „kerchak“.

„Was die da machen, ist höchstgradig kriminell. Was ist denn, wenn zu dem Chaos noch Panik kommt, was ist dann? (…) Wohin soll sich diese Masse an Menschen ausdehnen, wenn was schiefgeht und Panik ausbricht?“, schrieb „voltago“.

Und „MadCat“ sagte voraus: „230 000 qm für sagen wir mal 460 000 Menschen, das ergibt genau einen halben Quadratmeter pro Person. Und davon geht noch der Platz ab, den Bühnen und vor allem den die Floats brauchen. Wenn dann aus irgendeinem Grund da eine Panik ausbricht, dann gibt es Tote – und nicht wenige. Solch eine Menge auf so engem, eingezäunten Raum, das kann nicht gut gehen.“

Und tatsächlich ist es so gekommen. Das „Nadelöhr“ zur Partymeile, der Tunnel-Eingang wurde schließlich zum Auslöser des Katastrophe.

Dass der Tunnel der offizielle Zugang zur Loveparade sein sollte, schien User „klotsche“ bereits am zwei Tage vor der Katastrophe lebensgefährlich:

„Sehe ich das richtig, dass die versuchen, eine Million Menschen über die einspurige (!) TUNNELSTRASSE (!) Karl-Lehr-Straße mit zwischendurch zwei kleinen Trampelpfaden hoch zum Veranstaltungsgelände zu führen? Also, in meinen Augen ist das ’ne Falle.“

Und weiter: „Das kann doch nie und nimmer gut gehen (…) Ich sehe schon Tote, wenn nach der Abschlusskundgebung alle auf einmal über diese mickrige Straße das Gelände verlassen wollen.“

19 Menschen sind tot, einige ringen noch um ihr Leben, insgesamt gab es mindestens 342 Verletzte.

Duisburgs Oberbürgermeister Adolf Sauerland (CDU) nannte das Sicherheitskonzept „stichhaltig” und sagte, „wahrscheinlich” seien „individuelle Schwächen” Auslöser der Katastrophe gewesen.

Prominente Personen aus Deutschland zeigen sich in aller Öffentlichkeit schockiert von der Tragödie in Duisburg.

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