Mord: Schöne Säge-Mörderin erhält lebenslänglich

So viel geheimnisvolle Erotik hat ein Gerichtssaal vermutlich selten erlebt. Doch die schöne Säge-Mörderin erhielt trotzdem lebenslänglich. Das Landgericht Augsburg befand die 34-jährige Heike S. des Mordes an ihrem Mann Thomas (46) für schuldig.

Heike S. erschlug ihren Mann heimtückisch, trennte ihm die Beine ab und entsorgte die Leichenteile auf einem Feld.

Richter Wolfgang Rothermel in seiner Urteilsbegründung: „Einmal mehr muss die Schwurgerichtskammer eine Tat sühnen, die unvorstellbar ist und nicht annähernd nachvollziehbar scheint. Dass eine Frau, die bisher nicht als brutal erlebt wurde, vorsätzlich den Ehemann und Vater zweier Kinder tötet, die Beine absägt und auf freiem Feld ablegt, ohne dass ein eindeutiges Motiv festgestellt werden konnte, scheint unvorstellbar. Unsere Erklärung: Sie hat sich spontan dazu entschlossen.“

Die Verteidigung argumentierte, die Frau habe im Affekt gehandelt. Deshalb seien mildernde Umstände anzuwenden und eine Haftstrafe von sieben Jahren angemessen. Doch dem konnte das Gericht nicht folgen.

Die Tat in Westerringen (Bayern) hatte Ende Januar für Entsetzen gesorgt: Mit einem 2,3 Kilo schweren und 70 Zentimeter langen Metallrohr hatte Heike S. auf ihren Mann Thomas (46) eingeprügelt. Die Wucht der Schläge, so ergab später die Obduktion, zertrümmerte dem Polizisten den Schädel und brach ihm die Halswirbelsäule.

Die schöne Mörderin sägte dem Toten dann die Beine ab, damit der Torso in den Kofferraum ihres Wagens passte und strich die blutverschmierte Wand mit neuer Farbe an.

Heike S. hat die Tat gestanden. Ihre Ehe sei ein Martyrium aus Gewalt, Alkohol und Sex gegen ihren Willen gewesen. Immer wieder habe es zudem Streit um Geld gegeben.

Warum es am 23. Januar dann tatsächlich zu der Tragödie kam, erklärte Heike S. damit, dass sie ihren Mann betrunken im Wohnzimmer aufgefunden habe. Er habe sie sofort angeschrien und bedroht. Da sei die 34-Jährige durchgedreht.

Dieser Version schenkten die Richter aber keinen Glauben. Das Opfer hätte, so es wach gewesen wäre, genügend Zeit gehabt sich zu wehren und der Frau die Waffe zu entreißen.

Richter Rothermel: „Wenn Thomas S. wach gewesen wäre, hatte sie von dem ausgebildeten Polizisten Gegenwehr fürchten müssen.“

Das Gericht ging daher davon aus, dass Heike S. ihren Mann im Schlaf erschlug und damit dessen Wehrlosigkeit heimtückisch ausnutzte, den Mord zudem genau plante.

Ihren Mann meldete Heike S. zunächst als vermisst, löste damit eine große Suchaktion aus. Schließlich fanden Spaziergänger die Leiche.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.