Mord unter Kleingärtnern: Kleingärtner dachte Opfer stehen wieder auf

Zum Prozess um den Mord in einer Kleingarten-Anlage in Hildesheim machte der mutmaßliche Täter eine Aussage.

Rentner Wilfried R. (66) berichtet: „Ich kenne die Familie etwa 30 Jahre. Anfangs hatten wir ein gutes Verhältnis.“ Langsam und zögernd erzählt er.

Seine Tat hatte er bereits im September gestanden. Aber er kann noch heute nicht erklären, warum er seine drei Nachbarn ermordete. Vater (64), Mutter (59) und Sohn (33).

Es handelte sich bei der Familie um benachbarte Kleingärtner von Wilfried R., die von dem Rentner eine Parzelle gemietet hatten. Da habe es aber immer wieder Streit gegeben: Mal um mangelnde Sauberkeit oder wildes Parken, dann um das unrechtmäßige Wegwerfen von Gartenabfällen oder die Kaninchenhaltung der Nachbarn. Als Anfang 2005 mehrere Lauben abbrannten, darunter auch die mit den Kaninchen der später ermordeten Familie, hatten die drei die Nase voll: Sie mieteten ein neues Grundstück, das nicht mehr dem Angeklagten gehörte.

Doch die Streitigkeiten zwischen den Kleingärtnern fuhren fort. Schließlich eskalierten die Zwistigkeiten in dem furchtbaren Dreifach-Mord.

Der Rentner soll mit einem Knüppel, den er in seinem Hosenbein versteckt hatte, zuerst den Sohn, dann dessen Eltern, die ihrem Sohn zu Hilfe eilten, erschlagen haben.

„Der Angeklagte hat sich in einem Gebüsch auf die Lauer gelegt, um seine Gartennachbarn auf frischer Tat zu ertappen, wie sie Gartenabfälle unrechtmäßig entsorgen“, sagte Staatsanwalt Wolfgang Scholz zum Prozessauftakt.

„Die drei haben mich angegriffen und ich habe mich mit dem Stock nur gewehrt“, versuchte der ehemalige Arbeiter sich zu entschuldigen. Er habe nicht geglaubt, dass die drei sterben könnten. „Ich dachte, sie stehen wieder auf und haben nur Kopfschmerzen.“

Ein tödlicher Irrglaube. Die Opfer brachen unter den schweren Schlägen auf ihre Hinterköpfe zusammen. Sie starben an den Folgen der Kopfverletzungen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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