Neuer Datenskandal: Krankheitsliste bei Lidl ausspioniert

Erneut wird der Lebensmittel-Discounter Lidl von einem Datenskandal erschüttert. Offenbar wurde eine Liste mit Daten zu Krankheiten von Mitarbeitern erstellt. Hier wurden Gründe und Dauer von Krankheiten aufglistet.

Der Datenskandal flog auf, weil die Daten zufällig in einer Mülltonne in Bochum entdeckt wurden, wie das Magazin „Spiegel“ berichtet.

Lidl räumte ein: „Dies war nicht datenschutzkonform, diente aber dazu, die Mitarbeiter ihrem gesundheitlichen Zustand entsprechend einzusetzen.“

Bereits 2008 sei diese Verfahrenspraxis eingestellt worden, rechtfertigt sich das Unternehmen.

Die Unterlagen seien nicht fachgerecht entsorgt und so dem „Spiegel“ zugespielt worden.

In der Rubrik „Grund der Krankheit“ wurde demnach unter anderem über eine Mitarbeiterin notiert, die im Juni vergangenen Jahres krankgeschrieben war: „Will schwanger (werden). Befruchtung nicht funktioniert.“ Im Fall einer Filialleiterin seien „private Probleme“ notiert worden. Bei einer anderen heißt es als Krankheitsgrund: „Psychologe“.

Alle Einträge stammen aus der Zeit nach der Entdeckung der Spitzelmethoden bei Lidl, die im März 2008 für Aufsehen gesorgt hatte. Detektive waren beauftragt worden, das Verhalten von Mitarbeitern zu überwachen.

Nach dieser Affäre hatte Lidl den ehemaligen Bundesdatenschutz-Beauftragten Joachim Jacob engagiert, um ein Datenschutzkonzept für das Unternehmen zu erarbeiten. Der aktuelle Bundesdatenschutzbeauftragte Peter Schaar sagt: „Der Grund der Krankheit geht den Arbeitgeber grundsätzlich nichts an.“

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