Öl-Pest im Golf von Mexico: BP-Aktion Top Kill gescheitert

Im Golf von Mexico sprudelt täglich weiter das Öl aus dem Leck der gesunkenen BP-Bohrinsel „Deepwarter Horizon“. Die gigantische Umwelt-Katastrophe ist einfach nicht in den Griff zu kriegen. Jüngst musste der Öl-Konzern BP seine Aktion „Top Kill“, mit der das Leck endlich gestopft werden sollte, für gescheitert erklären.

Erst vor drei Tagen hatte man eine neue Methode ausprobiert und große Hoffnungen gehabt. Ingenieure versuchten dem Öl große Mengen Schlamm und Beton entgegen zu pumpen und das Leck damit dauerhaft zu verschließen. Ohne Erfolg. Auch Golfbälle und Gummischnipsel aus alten Autoreifen halfen nicht.

Unterdessen läuft die Zeit davon.

Doch der Versuch scheiterte! Die „Top Kill“ genannte Operation habe den Austritt von Öl und Gas ins Meer nicht stoppen können, sagte BP-Manager Doug Suttles am Samstag.

Der Leiter der Küstenwache, Admiral Thad Allen, erklärte am Samstag: „Die echte Herausforderung ist es, den Gegendruck so lange aufrechtzuerhalten, dass sie das Leck mit einem Zementverschluss versehen können“. Tatsächlich habe man vorrübergehend das ausströmende Öl stoppen können. Nun aber wohl doch nicht.

Nun werde eine andere Strategie verfolgt, kündigte BP-Manager Doug Suttles am Samstag vor Journalisten an. Wie die aussehen soll, ist noch nicht bekannt.

US-Präsident Obama hatte bei einem Besuch in dem Katastrophengebiet von Louisiana eine Verdreifachung der Einsatzkräfte angekündigt. Er machte aber zugleich deutlich, dass es einige Zeit dauern werde, bis die Folgen der Katastrophe beseitigt seien. Man müsse sich auf ein Langzeit-Projekt einstellen.

Obama sprach auf Grand Isle, einer besonders schwer betroffenen Insel vor Louisiana.

Zuvor hatte er mit einem Hubschrauber das Mississippi-Delta überflogen. „Am Ende trage ich die Verantwortung für die Lösung dieser Krise“, sagte er erneut. Damit reagierte er auf die immer schärfere Kritik, die Katastrophe zunächst unterschätzt und nicht schnell genug gehandelt zu haben.

Seit dem Beginn der Öl-Katastrophe im Golf von Mexiko am 20. April wurden über 240 Kilometer der Küste Louisianas verseucht. Mehr als 400 Vögel und mehr als 200 Meeresschildkröten seien an der Ölpest verendet, gab die US-Naturschutzbehörde bekannt. Unter den toten Tieren seien auch 24 Meeressäuger wie Delfine oder Wale.

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