Ölpest: Fisch-Verbot am Golf von Mexico!

Die Situation am Golf von Mexico spitzt sich weiter zu. Täglich strömen 800 000 Liter Rohöl aus dem Leck unter der gesunkenen BP-Bohrinsel „Deepwater Horizon“. Das Öl treibt unaufhaltsam auf die Küste der USA zu, das empfindliche und äußerst bedeutungsvolle Mississippi-Delta und sein Ökosystem sind in höchster Not.

Die örtlichen Behörden verhängten jetzt ein Fisch-Verbot. Die Katastrophe nimmt ihren Lauf.

Auch Präsident Barack Obama, der die Ölpest im Golf von Mexico zur Chef-Sache machte, kann da nur wenig helfen.

Gestern Mittag, 13.30 Uhr Ortszeit, landete Barack Obama an Bord der AirForce One in New Orleans. Ziel des US-Präsidenten: die Küste von Louisiana.

300 Schiffe und 2000 Helfer kämpfen derzeit gegen das Öl. Louisiana, Florida, Alabama und Mississippi riefen den Notstand aus. Es droht die Verseuchung eines weltweit einmaligen Ökosystems: das sumpfige Mississippi-Delta ist Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten, schwer erreichbar – und kaum zu reinigen. „Der Ölteppich bedroht buchstäblich unsere Lebensweise“, so Louisianas Gouverneur Bobby Jindal.

Doch nicht nur die Natur ist bedroht, sondern die Existenz einer ganzen Region. Direkt oder indirekt lebt hier so gut wie jeder von und mit dem Meer. Die Austernzüchter, die Krabbenfischer, die Bootsverleiher, die Hoteliers. Wenn das Meer und die Natur zerstör wird, müssen sie alle ihre Existenz aufgeben.

36 Sammelklagen gegen BP und den Besitzer der Plattform „Transocean“ wurden bereits eingereicht. Hunderttausende, spekuliert der TV-Sender CBS, könnten folgen. US-Präsident Obama, der von einer noch nie dagewesenen Naturkatastrophe sprach: „BP wird die Rechnung dafür bezahlen.“

Doch tatsächlich ist gar nicht so sicher, ob der Konzern überhaupt haftbar gemacht werden kann.

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