Prozess in Antalya: Marco W. fährt nicht zur Verhandlung

Der Prozess gegen den deutschen Auszubildenden Marco W. aus Uelzen in Antalya soll am kommenden Freitag, dem Karfreitag in der Türkei fortgesetzt werden. Die Familie und auch der beschuldige Azubi werden nicht zum Prozesstermin in die Türkei anreisen.

Acht Monate lang musste Marco W. in türkischer Untersuchungshaft ausharren. Ihm wurde vorgeworfen, die damals 13jährige englische Schülerin Charlotte missbraucht zu haben. Im Dezember 2007 wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen und wartet seitdem auf ein Urteil im Missbrauchsprozess.

In einem Interview mit der „Allgemeinen Zeitung“ erklärt die Mutter von Marco W. den derzeitigen Gefühlsstand in der Familie.

„Nach außen sind wir viel misstrauischer als früher. Früher haben wir Fremden viel Vertrauen entgegengebracht, doch das ist in den Vorgängen um Marco oft missbraucht worden. Unsere Familie ist enger zusammengerückt, man steht füreinander ein. Wenn es darauf ankommt, können wir uns blind aufeinander verlassen.“

Marcos Vater kämpft immer noch gegen den Blutkrebs. Er soll in kürze eine Stammzelltherapie erhalten. Nur so kann dem Leukämie-Kranken das Leben gerettet werden.

Die schwere Erkrankung von Marcos Vater ist auch der Grund, weshalb keiner aus der Familie bei dem Prozess in Antalya anwesend sein wird. Martina Weiss: „Für uns hat jetzt wirklich die Erkrankung meines Mannes absolute Priorität. Und Marco wird aus therapeutischen Gründen verreisen und erst danach zurückkehren. Das machen wir bei jedem Prozesstermin so.“

Die Familie hofft indes trotzdem, dass der Prozess endlich seinen Abschluss findet. Martina Weiss: „Dann haben wir endlich eine Chance, dass Ruhe einkehrt in der Familie und vieles zum Abschluss kommt, auch Marcos psychische Genesung.“

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