S-Bahn-Held von München: Zeugin erhebt schwere Vorwürfe

Hätte der Tod von Dominik Brunner (50) doch verhindert werden können ? Die 13-jährige Zeugin Sarah erhebt schwere Vorwürfe. Sie beklagt, dass zahlreiche Passanten einfach weggesehen hätten.

In der „Abendzeitung“ berichtete Sarah (13): „Draußen [vor der S-Bahn] sind die beiden mit geballten Fäusten auf unseren Beschützer losgegangen. Er rief uns noch zu: ‚Haltet euch raus!‘“ Dann habe Dominik Brunner Kampfposition eingenommen, den ersten Angreifer mit einem Schlag empfangen. Der sei dann „total ausgetickt“, so Sarah. Wie im Rausch schlugen und traten die Jungen auf den Helden ein, einer mit Schlüsselbund in der Faust.

Die 13-jährige habe zusammen mit den anderen Jugendlichen, die Dominik Brunner zuvor beschützt hatte, um Hilfe geschrien und gefleht, doch keiner der Passanten haben reagiert.

Die 13-Jährige: „Wir haben ‚Helft uns!‘ geschrien, aber die Leute sind vorbeigegangen.“ Nur vom anderen Bahnsteig seien „Aufhören!“-Rufe gekommen.

Als unterlassene Hilfeleistung will die Justiz das aber nicht sehen. Die Münchner Staatsanwaltschaft widerspricht sogar: Fast alle Zeugen hätten irgendwie reagiert, z. B. den Notruf gewählt. Die Staatsanwaltschaft will daher keine Ermittlungen wegen unterlassener Hilfeleistung einleiten.

Vor allem für die Opferhilfegesellschaft „Weißer Ring“ ist das ein Skandal.

Der Thüringer Landesvorsitzende Heinz-Günter Maaßen: „Es ist ein ganz schlechtes Beispiel für Helfer, wenn man sagt, wir ermitteln erst gar nicht.“

Unterdessen enthüllte der „Focus“, dass Täter Markus S. während der Tat 1,8 Promille hatte. Zwei Monate vor dem Prügeldrama hatte er im Internet angekündigt, eine Polizeiwache zu sprengen: „Ein Bullenrevier … Natürlich voll besetzt!“ …

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