S-Bahn-Mord von München: Das Drogen-Leben der Schläger

Wer sind die S-Bahn-Schläger von München, die am Samstagnachmittag zunächst wehrlose Kinder erpressten, nötigten und prügelten, anschließend einen couragierten Manager, Dominik Brunner (†50) zu Tode trampelten ?!

Die Haupttäter sind Sebastian L. (17) und Markus Sch. (18). Beide leben in einer Welt aus Drogen, Kriminalität und Gewalt. Einen Schulabschluss, eine Ausbildung, eine Arbeit, eine Familie, positive, soziale Kontakte haben sie beide nicht.

Ihre beiden Versager-Biografien gipfelten jetzt in einem völlig sinnlosen und grausamen Mord.

Es wurde Haftbefehl wegen Mordes erlassen. Die Täter befinden sich in Untersuchungshaft.

Trotzdem kann der 17-jährige Sebastian L. mit einer Maximalstrafe von 10 Jahren rechnen, wenn überhaupt. Er ist minderjährig und wird daher nach Jugendstrafrecht zu beurteilen sein.

Auch für Markus Sch. (18) könnte möglicher Weise das Jugendstrafrecht zur Anwendung kommen, wenn eine mangelnde Reife festgestellt wird.

Dabei hätte aus Markus Sch. durchaus etwas werden könne. Der junge Mann, mit dem unscheinbaren, verschlossenen Gesicht, stammt aus bürgerlichen Verhältnissen. Sein Vater ist Facharbeiter, die Mutter Hausfrau. Zusammen mit drei Geschwistern (7, 15, 19) wuchs er auf. Jetzt ist er arbeitslos.

Geleistet hat er in seinem Leben noch nie etwas. Mit 15 wird er zum ersten Mal auffällig: Ladendiebstahl. Eine Strafe erhält er nicht. Doch bereits vier Monate später: Nötigung, gefährliche Körperverletzung („Verfahren eingestellt“). Anderthalb Jahre später: Drogen, im vergangenen März dann bewaffneter Raub.

Die lächerliche Strafe: Vier Wochen Arrest.

Bewirkt hat das nichts. Schon eine Woche nach Entlassung wird er wieder beim Handel mit Drogen erwischt. Es folgen Diebstahl, wieder Drogen.

Das Leben von Sebastian L. (17) unterscheidet sich wenig. Bis 2006 besuchte er eine Hauptschule. Er verließ sie ohne Abschluss, lebte vortan in einer Wohngemeinschaft für Drogensüchtige.

Seine Mutter kam vor drei Jahren ins Heim (Schlaganfall), der Vater starb 2008.

Das Jugendamt hat die Vormundschaft übernommen, schickte Sebastian L. in verschiedene Einrichtungen. Ohne Erfolg. Im Juli 2008 der erste Eintrag bei der Polizei: Ladendiebstahl. Im August 2008 wieder. Auch im Februar 2009. Im letzten Juli erwischt ihn die Polizei wieder zweimal (Diebstahl, Drogen). Insgesamt sollen noch acht Anzeigen wegen räuberischer Erpressung vorliegen.

Und es gibt noch einen Dritten im Bunde. Christoph T. (17) hatte sich zunächst ebenfalls an der räuberischen Erpressung der Kinder in der S-Bahn beteiligt. Er bedrohte sie, forderte Geld und schlug die Kinder. Schließlich stieg er in eine andere S-Bahn, stachelte seine Kollegen aber noch an. („Besorgt es denen richtig!“).

Auch er sitzt seit Montag in U-Haft. Christoph T. lebte in der gleichen Drogen-WG wie Sebastian L.

Wie seine Freunde ist Christoph T. polizeibekannt (Diebstahl, Drogen). Zweimal verprügelte er Gleichaltrige, einmal in einer Disco, einmal ausgerechnet auf einem U-Bahnhof. Lächerliche 40 Arbeitsstunden musste er zur Strafe abarbeiten …

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